Hokeys Blog

Isch 'abe gar kein Untertitel...

Hokey, Rassist.

Unwirtlich ist es hier geworden, ich habe bestimmt schon seit vier Wochen eine mal mehr, mal weniger durchbrechende Erkältung und die Herbststürme melden sich erst jetzt zu Wort. Es gibt ja wenig unangenehmeres als Regen bei 0° Celsius (außer Regen bei weniger als 0° Celsius). Da bleibt man besser zuhause und liest sich durch den Feedreader, der immer mehr überquillt, weil ich meine Zeit bei Twitter verplempere.

Und beim Schmökern teilweise uralter Beiträge stieß ich auf einen Beitrag der Kaltmamsell, die einen längeren Absatz über Vorurteile und deren Manifestierung zitiert. Während des Lesens kam mir meine erste Begegnung mit meinem Onkel in den Sinn, denn der stammt aus Bangladesch und das sieht man ihm auch an. Bei unseren ersten Treffen, ich war vielleicht etwa vier Jahre alt, weigerte ich mich standhaft, ihm die Hand zu geben, weil ich seine Hand nicht berühren wollte. Ich kann mir bis heute den Grund nicht genau erklären, aber es wird wohl an der ungewohnten Hautfarbe gelegen haben, und es dauerte einige Zeit, bis ich unbefangen mit meinem Onkel umgehen konnte. Meinen Eltern war ihr rassistisches Kind natürlich hochnotpeinlich, aber was will man machen? Sie hat sich nicht lange gehalten, diese frühe Ablehnung meines dunkelhäutigen Onkels, aber was wäre gewesen, wenn meine Eltern mich nicht in die andere Richtung erzogen hätten?

Kindermund

Steine fliegen gegen mein Fenster. Oha! Was ist da los. Tochter¹ steht unten, begehrt Einlass und beschwert sich:

„Boah, ich habe Klingelsturm gemacht!!!“

(Man hört die Klingel in meinem Arbeitszimmer einfach nicht… )

„Warum hast du mich nicht angerufen?“

„Ach ja!“

Mit dem Handy zu telefonieren, ist einfach  a b s o l u t  out. ;-)

Regener und das Streaming

Sven Regener jammert laut FAZ über Streaming-Angebote wie Spotify:

„Wir kamen zu dem Schluss, dass wir Streaming nicht gut finden. Wir möchten nicht eine neue Platte produzieren, die einfach so aus Zufall abgenudelt wird.“

So, so. Bloß nicht „aus Zufall abgenudelt” werden. Man will ja auch nicht unter die Räder kommen beim bösen Streaming. Ob der Herr Regener sich demnächst auch gegen das gemeine Broadcast-Streaming namens „Radio“ empört oder ob es sich doch jedesmal heimlich freut, wenn seine Songs dort „einfach so aus Zufall abgenudelt“ werden. Ob er seinen Kunden demnächst das Rippen verbieten und das Überspielen auf MP3-Player miesmachen möchte? Ob der echte „Element of Crime“-Fan jetzt solidarisch seinen Shuffle-Knopf aus dem CD-Player reißt? (Soll Regener doch einfach sagen, dass er mehr Kohle haben will! Verstehe ich sofort. Wer übrigens vermeiden will, dass seine Alben nicht einfach durchgeshuffelt werden, der sollte ordentliche Konzeptalben produzieren.)

Aus Kundensicht ist Spotify das Beste, was mir passieren konnte, aber das schrieb ja schon einmal. So viel Geld für Musik habe ich noch nie ausgegeben, und ich warte jetzt schon auf das „Familienmodell“ und werde sofort einen Zweitaccount ordern, damit meine Playlist bald nicht nur aus Kinderhörspielen und Kinderliedcompilations besteht. Auch zum Gitarrespielen kann ich mir nichts besseres vorstellen: Einfach den gewünschten Song suchen, bei Ultimate-Guitar die passende Tab suchen und loslegen. Da wünsche ich mir schon manchmal, dass es das gegeben hätte, als ich siebzehn war.

Und wieviele Musiker ich mittlerweile gehört habe, auf die ich ohne Spotify nie gestoßen wäre, das kann ich nicht mehr in Worte fassen. Nee, diesmal habe ich für die Künstlerseite wenig Verständnis.

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