Pebble. Muskelkater.

Nach acht Wochen endlich mal wieder gebouldert. Nur gelbe und wenige orange Strecken gemacht. Die Technik sitzt noch, aber die Muskeln… uff, da muss ich mich erst einmal wieder ranarbeiten. Habe heute ordentlichen Muskelkater.

It’s Pebble Time

Mir eine Pebble Time bestellt. Ich scharwenzelte ja schon seit ihrem Erscheinen um diese Uhr herum, war aber nicht ganz schlüssig, weil ich mir nicht sicher war, wie gut das Zusammenspiel mit dem iPhone funktioniert. Für 119€ war das aber ein No-Brainer.

Und letztlich funktioniert alles prima, lediglich das Mikrophon der Pebble ist ziemlich sinnlos, weil es mit dem iPhone tatsächlich nur bei bestimmten Mobilfunkanbietern funktioniert – und die sitzen nicht in Deutschland. Alle Android-User können aber über das Mikro Textnachrichten beantworten, Apple-User haben Pech.

Gut gefallen mir die lange Akkulaufzeit trotz des Always-On-Displays und die Möglichkeit, Nachrichten auf der Uhr angezeigt zu bekommen. So muss ich nicht jedes Mal das Handy aus der Hosentasche fummeln, um zu gucken, ob mir da jemand ein lustiges Video geschickt hat oder ob es eine wichtige Information ist, auf die ich reagieren sollte. Videos und Fotos zeigt die Pebble Time nicht an, dafür steht dann eben „Video“ oder „Bild“ in der Nachricht. Wenn es wichtig scheint, kann man ja immer noch das Handy nehmen.

Weniger schön ist, dass ich nach nur einem Tag schon zwei ordentlichen Kratzer auf dem Rahmen der Pebble habe. Das Material ist gewiss nicht das hochwertigste und ich hätte mich geärgert, um die 200€ dafür ausgegeben zu haben. Mit der Pebble Time Steel ist man gewiss etwas besser beraten, was das angeht.

Watchfaces

Mein Killer-Feature sind die Watchfaces der Pebble-Time. Ich fand die Uhr ja nicht deshalb sexy, weil sie sich mit dem Smartphone kombinieren lässt und Nachrichten anzeigt, sondern weil sie diesen schmucken 8-Bit-Charme hat und man darauf nahezu unendlich viele Ziffernblätter laufen lassen kann. Und da ist wirklich alles dabei, von superpraktisch und voll mit Daten über nerdig und nur für Mathematiker zu lesen bis hin zu künstlerisch minimalistisch. Darüber hinaus kann man sich auch mit dem Watchface-Generator eigene Watchfaces gestalten. Habe mir eben mein eigenes Monkey-Island-Watchface kreiert:

monkey-island-by-watchface-generator

Auch sonst lasse ich dem Zehnjährigen in mir gerade freien Lauf und bin gestern wahlweise mit Bubble Bobble (die schießen wirklich Blasen 😍),  lustigen Kulleraugen oder Batman unterwegs. Nett auch Cthulhu,  Gandalf, das C64-Watchface oder He-Man. Langweilige Ziffernblätter gibt es natürlich auch haufenweise und die nützlichen zeigen permanent das Wetter oder Gesundheitsdaten an.

Health

Apropos Gesundheit: Die Pebble zählt die Schritte und misst irgendwie auch das Schlafverhalten. Das gelingt ihr nach meiner ersten Einschätzung ganz gut. So konnte sie unter Angabe realistischer Zeiten unterscheiden, wann ich ins Bett gegangen bin und wann ich wirklich geschlafen habe. Das bringt zwar keinen Nutzen, ist aber trotzdem interessant. Dass sie nun – da immer am Handgelenk – wirklich alle Schritte zählt, ist ein Vorteil gegenüber dem Smartphone, dem sie wunschgemäß alle Daten übermittelt, die man übermitteln möchte. Die Ergebnisse kann man sich dann wahlweise in der  Apple Health-App anschauen oder in der pebble-eigenen App anzeigen lassen. Ein erster Test zeigte, dass sie in Kombination mit dem iPhone auch als Anzeige für Runkeeper funktioniert.

Timeline

Sehr praktisch ist die sogenannte Timeline. Drückt man auf der Pebble nach unten, dann erscheinen, sofern man seinen Kalender synchronisiert, die nächsten anstehenden Termine. Da ich permanent vergesse, in welchem Raum ich als nächstes Unterricht habe (und diese Räume in der Oberstufe auch wirklich sehr häufig wechseln), hilft mir die Pebble dabei, mit einem Knopfdruck schnell den nächsten Raum zu wissen. Auch zeigt sie mir automatisch zehn Minuten vor Beginn in der Standard-Anzeige, welcher Termin gleich ansteht. Auch das ist sehr hilfreich.

Batterie

Aufladen musste ich die Pebble (vorgestern erhalten) noch nicht, aber sie hat aktuell nur noch 40% Akku. Natürlich habe ich viel an ihr herumgespielt und verzichte auch auf den Stromsparmodus, von daher gehe ich davon aus, dass sie länger durchhält, wenn man sie normal verwendet. Geladen wird sie über einen Zwei-Pin-Kontakt, der per Magnet gehalten wird. Wie schnell das geht, weiß ich noch nicht, aber dass das Dingen schnell abfällt, darauf sollte man achten. Da bin ich vom MacBook andere Magnete gewöhnt.

Fazit

Ich habe einen riesen Spaß, besonders wegen der Watchfaces und der Timeline und weil ich nun Nachrichten auf die Pebble geschickt bekomme. Wer das minimalistische Design mag, sich für leicht pixelige Ziffernblätter erwärmen kann und auf die überbordende Fülle an Funktionen einer Apple Watch verzichten kann, der kann für 120€ nicht viel falsch machen. Schaut man mal, was die Fitnessuhren kosten, dann ist man schnell im doppelt so teuren Bereich (und bekommt hässliche schwarz-weiß 80er-Jahre-Digitalanzeigen). Würde mir die Pebble wieder kaufen, dann aber noch einmal darüber nachdenken, mir die Steel-Variante zu nehmen.