Toto. 

Schaltet man ab und an das gute alte Radio ein, dann kann man leicht Wetten gewinnen, wenn man wettet, dass da entweder „Africa“ oder „Hold The Line“ laufen, dieser massenkompatible Gute-Laune-Pop-Müll zum Mitsingen, den man schon seit dreißig Jahren nicht aus den Playlists entfernt, warum auch immer, es ist ja nicht so, dass es nicht ausreichend anderen Popschrott gäbe. Toto, eine Wegschaltgarantie. 

Und doch bin ich auf meiner Suche nach Live-Alben ausgerechnet auf „Falling In Between“ (2007) von Toto gestoßen und höre nun den ganzen Morgen: Toto. Denn Musik machen, das können die durchaus, leider vermasseln es die inspirationsfreien Radiosender. Und nein, ich habe bei „Hold The Line“ nicht weggeschaltet. 😉

Der Livesound ist richtig gut gemischt. Alle Instrumente kommen kraftvoll durch, nichts matscht, mumpft oder vereinsamt irgendwo im Hallraum. Musikalisch lassen Toto nichts anbrennen und Freunde der Gitarre dürfen sich besonders auf Steve Lukather freuen, der wahrlich nicht zu den unbegnadetsten Gitarristen gehört und zwischen den tollen Songs den ein oder anderen heißen Rocklick abfeuert und auch seine progressiven Einflüsse nicht unterdrückt. Lukather ist ein tolles Beispiel dafür, wie man, trotz eines Ausnahmetalentes, songdienlich und soloistisch grandios gleichzeitig musizieren kann. Diese Balance zu finden, gelingt nicht vielen. 

Ansonsten bewegt sich das Album zwischen Stadion-Pop-Rock, Jazz-Pop und dippt ab und an ins Progressive, besonders bei den Solopassagen der Musiker. 

Lukather hat übrigens auch Solo-Live-Alben aufgenommen, das jüngste liegt schon in der Playlist bereit. 😎