Hymne. Miller.

Hymne

Naaargh… ich will ja gar nicht, aber es ist so schrecklich schön, dass ich einfach dazu schreiben muss. Ja, genau, es geht um diese Sache mit der Nationalhymne. Und da der Soester Anzeiger es so schön übertrieben titelt, verlinke ich die auch gleich zwecks Info:  „Vaterland“ soll verschwinden: Wird die Nationalhymne bald geändert?

Drama!1! Dabei hatte die Gleichstellungsbeauftragte (in Soest nennt man sie „Frauenbeauftragte“) doch nur ein paar nette Änderungswünsche für unsere Nationalhymne angemerkt: Statt „Vaterland“ solle man „Heimatland“ singen, und weil „brüderlich“ zu maskulin wirkt, sollte dieses einem „couragiert“ weichen. Das reicht natürlich, damit die Repulik einmal ordentlich frei dreht, jeder einmal empört sein darf, Angela Merkel sich zur Hymnenbewahrerin aufschwingen kann und am Ende des Tages das Amt der Gleichstellungsbeauftragten einen Hau mehr weg hat.

Da ist es fast schon schade, dass wir die zweite Strophe nicht mehr singen, die könnte man ja quasi als Ausgleich singen. Oder gleich mitgendern: „Deutsche Männer, deutsche Treue/ und deutsches Bier und deutscher Sang“ klingt doch ganz nah am Alltag und wäre in schwarz-rot-geilen Fußballzeiten fast schon hitverdächtig! Zieh dich warm an, Helene!

Nee, ernsthaft. Wenn man wirklich etwas ändern will an der deutschen Nationalhymne, dann bitte gleich alles! Weg mit dem bräsigen Text, weg mit der noch bräsigeren Melodie! Lasst uns was Neues ausdenken. Etwas mit Schwung und Elan, von mir aus durchgegendert, irgendwas mit Fußball und viel Einigkeit, Einheit und Freiheit. Meinetwegen chartstauglich mit Beat (man stelle sich das mal bei internationalen Sportfesten vor! Gold für Deutschland: Uz uz uz uz …), das hätte wenigstens Alleinstellungsmerkmal neben dem ganzen Fanfarengetöse!

Miller

Noch besser wäre es, wenn Martin Miller sich eine Hymne ausdächte. Martin Miller ist ein großartiger junger Fusiongitarrist und stammt ausnahmsweise – auch wenn es der Name nicht vermuten lässt – aus Deutschland. Er endorst aktuell Ibanez, hat seine eigene Signature-Gitarre  und bedient diese ziemlich gut. Und bei all dem ähnelt er optisch auch noch einem meiner Blogleser! Wahnsinn. Das beste ist aber, dass er einen YouTube-Kanal hat, über den er seine Zuschauer immer wieder mal in die Proben hineinschnuppern lässt. Meist covert seine Band dann nette Sachen, die auch der Otto Normalhörer gerne hört, und das gelingt den Musikern in ihrem Proberaum in Leipzig grandios! Leider ist Gitarre gerade nicht so angesagt, aber wir bräuchten mehr Martin Millers, die mit beiden Füßen mehrere musikalische Welten bereisen können und wollen, vom Pop zum Jazz, vom  Rock zum Prog und einmal quer durch alle Richtungen.

Tja, würde Martin Miller sich eine Hymne ausdenken – ich wär‘ dafür! Die würde dann vielleicht nicht die Massen in Stadien begeistern, aber dafür mich!

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