Was für eine Zeit.

In was für einer Zeit leben wir eigentlich? Und – nein! – ich meine nicht die ganze Rechtsrutsch Trumperdoganwilderslepen-Malaise, sondern schlicht YouTube!

Da surfe ich arglos von einem Kanal zum nächsten und plötzlich taucht da ein Typ auf, der erklärt, wie er „seinen“ Teil in Michael Jacksons „Black Or White“ gespielt hat. Wie hammerhart ist das denn: Da setzt sich eine Top-Studiogitarrist vor seine Cam und zeigt dem Plebs, wie man seine alten Takes nachspielen kann. Und wenn man ihm so zuschaut, möchte man ganz dankbar sein, dass man nicht so ein toller Musiker ist. Eine kleine Passage lang versucht er zu erklären, dass man die Gitarre für eine bestimmte Akkordfolge neu stimmen oder die Saite etwas anziehen sollte, damit der Ton genau zum Akkord passt. Ich höre das alles gar nicht und bin auch ein wenig froh darum, denn für Menschen mit einem solch exakten Gehör muss Musikhören oft eine Qual sein. (Obwohl ich das von Wurstfingergitarristen auch kenne: Manche Leute drücken die Saiten so fest, dass sie alle gleichzeitig leicht verziehen und dann klingt gleich alles furchtbar schief. Besagte Sorte Gitarrist merkt das aber offensichtlich nicht.)

Überhaupt ist es ganz interessant, mal die richtigen Guitar-Heroes zu sehen, wie zum Beispiel Jennifer Batten, ebenfalls ehemalige Gitarristin bei Michael Jackson. Die schert sich zum Beispiel einen Driss um wahnsinnsteure Amps, sondern spielt ihr Set einfach über einen BluGuitar-Amp. Alleine, dass das heutzutage möglich ist…

In was für einer Zeit wir leben.

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