Passkontrolle an Fußgängerzonen!

So langsam kommt das Rindfleisch durch. Die Langzeitwirkung von Rinderwahnsinn, kombiniert mit einer unsäglichen Angst vor Terror und allem Fremden schlägt sich langsam aber sicher ziemlich ungesund in unserer Gesellschaft nieder. Die gesammelten Innentrottel, sprich Innenminister der Länder und des Bundes, aber auch deren Untertanen (ich denke, so möchten sie es gerne hören) geben in regelmäßigen Abständen so einen unreflektierten Schwachsinn von sich, dass man in Zukunft überlegen sollte, Menschen im öffentlichen Dienst den Verzehr von ungesundem Fleisch zu verbieten.

Immerhin fordern diese Kerle, dass mit automatischen Waffen ausgerüstete Vollidioten unsere Freunde bei der Fußball-WM begrüßen sollen, Hassprediger durch Fußfesseln am Predigen gehindert werden sollen, Personen ohne Anfangsverdacht weggesperrt werden dürfen sollen, "wir" im Irak und am Hindukusch verteidigt werden müssen und herausgefolterte Informationen ("Ja, ich bin eine Hexe und tanze mit dem Satan auf dem Blocksberg!") verwendet werden dürfen.

Das waren die "großen" Innentypen. Aber auch die kleinen wollen von sich reden machen:

 

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Rainer Wend, forderte in der Zeitung ein Bettlerverbot für Fußgängerzonen: "Bettler haben da nichts verloren. Die sind schließlich von Steuerzahlern für Steuerzahler finanziert worden.  (Rheinische Post)

 

Sehr schön! Darauf habe ich als Student nur gewartet. Ich freue mich auf den Tag, an dem ein netter bemützter Beamter mich auf meinem Weg zur städtischen Buchhandlung an einem stacheldrahtbewehrten Tor abpasst und eine beglaubigte Kopie meiner Lohnsteuerkarte sehen möchte. So weit, so gut. Ein paar interessante Fragestellungen ergeben sich aber noch aus Herrn Wendts Samenerguß. (Sorry, aber mit dem Hirn denkt der doch auch nicht, oder?)

  • Mein Bruder ist Zivi. Darf der mir wenigstens die Bücher kaufen oder muss der auch draußen bleiben? Wahrscheinlich nicht. Zahlt ja keine Steuern.
  • Meine Mutter schult gerade um. Kann ich die in die Stadt… nein …gut. Zahlt ja keine Steuern.
  • Meine Schwester ist Schülerin, kann die mir… ach nee… Steuern halt… puh…
  • Meine Schwiegermutter ist Hausfrau. Was ist mit der… shit! Kauf ich meine Bücher halt bei Amazon.
  • Und was ist mit Bettlern, die früher einem sozialversicherungspflichtigem Job nachgegangen sind? Dürfen die noch betteln oder verfällt deren gesamte Steuerzahlung automatisch mit Empfang des ersten Euros?
  • Dürfen Omas ihre Enkel mit in die Stadt nehmen oder müssen sie diese in einem staatlichen Kinderhort vor der Zone abgeben?
  • Haben die Ossis schon genug Steuern nachgezahlt, um in Westdeutschland Fußgängerzonen benutzen zu dürfen?
  • Müssen Ausländer demnächst eine Zonen-Maut entrichten?
  • Werden die Gullydeckel in Mainz wieder aufgeschweißt, damit Nicht-Steuerzahler wenigstens durch die Kanalisation zügig den City-Bereich per pedes durchqueren können?

 

Als Lehramtsanwärter fragt man sich tatsächlich manchmal, wer solche Typen unterrichtet hat und noch mehr, wer solche Schwerdenker in hohe Positionen aufsteigen lässt. Wir können für die Zukunft nur hoffen, dass die Geflügelpest uns verschont…

(via Lawblog)

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2 Gedanken zu “Passkontrolle an Fußgängerzonen!

  1. [quote]Wir können für die Zukunft nur hoffen, dass die Geflügelpest uns verschont…[/quote]
    Ich weiß nicht; daß raffte wenigstens deren Vögel dahin. Und – seien wir ehrlich – davon hat doch jeder von denen gleich mehrere. 😉

  2. Wenn man es so betrachtet, ist die Vogelpest vielleicht eine Art natürlicher Schutz vor extremer Dämlichkeit und gar nicht mal so übel… (es sei denn panische Innenminister nutzen sie, um Angst zu verbreiten oder manische Geflügelknechter, um die ätzende Freiluft-Konkurrenten zu denunzieren…)

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