Fühle den nahenden Grippetod

Freunde, der Tod ist nahe, ich habe Halsschmerzen und Schnupfen. So lasst mich die letzten Momente meines Lebens noch mit einem kurzen Blogbeitrag auskosten.

Das Jahr 2011 ist nun durchgestartet und alles läuft beruhigenderweise so wie immer: Im Kino laufen Superheldenfilme, die Schweinegrippe rottet uns aus, wir schlucken brav den Lebensmittelskandal nebst vollmundigen Ankündigungen der zugehörigen Ankündigungsministerin und Berlusconi versucht sich vor den Gerichten zu drücken. Zumindest Letzteres scheint ja jetzt für Berlusconi nicht mehr allzu aussichtsreich zu sein, denn die Richter dürfen jetzt im Einzelfall entscheiden, ob Verfahren gegen den italienischen Ministerpräsidenten eingeleitet werden sollen oder nicht. Da ärgert man sich doch fast schon, dass der EuGH die Sicherheitsverwahrung nicht so gerne sieht – für Berlsuconi wäre das vielleicht nicht die schlechteste Lösung. Das kann ich jetzt so tippen, denn bevor die Mafia mich versenkt, hat mich ja der Schnupfen schon hinweggerafft.

Einen guten Start ins Jahr erhofft sich wohl Detlef Hartlap beim Magazin Prisma (via) mit seinem unerklärlichen Ausguss zum Thema „Blogger“. Ob das jetzt Kalkül auf ein paar Verlinkungen war, um seinen Mitarbeitern zu Beginn des Jahres zu zeigen, wie man mal ordentlich Klicks abgreift oder ob Herr H. gedanklich noch im Jahr 2007 steckt – darüber können wir nur Vermutungen anstellen. Schuld sind, neben den Bloggern, natürlich auch Twitterer und Facebooker. Damit wäre ich jetzt persönlich nur zu zwei Dritteln schuld an der schlechten Laune Herrn Hartlaps, da ich meinen Facebook-Account ja deaktiviert habe, was, so munkelt man, einem digitalen Selbstmord gleichkommt. Das macht nichts, sage ich, denn ich werde ja sowieso in wenigen Stunden bestenfalls zur Sensationsmeldung im Boulevard taugen: Grippekritischer Blogger erleidet den Schweinegrippentod. Dann kann Herr Hartlap mit seiner Prisma zurückschlagen.

4 Gedanken zu “Fühle den nahenden Grippetod

  1. Ja, am besten schlucke ich diese Mischfette gleich pur. Ein wenig Industriefett – wenn wir das alle schlucken würden, wäre auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland geholfen, Arbeitsplätze sicher… ach… wir schlucken das ja schon die ganze Zeit…

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