Schöner Artikel im Spon

Ich kann mir den Hinweis auf Reinhard Mohrs jüngsten Artikel im Spon nicht verkneifen, auch wenn Feynsinn Ambivalentes dazu anmerkt.

Ich habe mich erst gefragt: Wie kommt Reinhard Mohr von der Oettinger-Rede plötzlich auf "Nazi-Muff aus tausend Jahren"? Ist das nicht arg an den Haaren herbeigezogen, wenn er so etwas schreibt:

Mit seiner Filbinger-Verteidigung wirft Günther Oettinger die deutsche Vergangenheitsbewältigung um Jahrzehnte zurück. Das Fatale an der Geschichtsfälschung des CDU-Ministerpräsidenten: Von den Millionen Nazi-Opfern ist keine Rede. (Spon)

Doch Mohr zeigt in seinem Artikel auf, wie zwiespältig das Verhältnis einiger CDU-Granden zur deutschen Geschichte ist: Während man sich der vor Empörung überschnappenden Stimmen angesichts der Entlassung von Brigitte Mohnhaupt und während der Diskussion um das Gnadengesuch Christian Klars kaum erwehren konnte; während man die Öffentlichkeit tagtäglich auf die Opfer hinwies; während man bei den Ex-RAF-Leuten mit schwerer Faust auf öffentlich geäußerte Reue beharrte und tagtäglich an die gesellschaftliche Moral appellierte – so ist von alledem bei der Filbinger-Debatte nichts mehr zu spüren.

Bei Nazis geht Gnade dann plötzlich doch vor Recht.

9 thoughts on “Schöner Artikel im Spon

  1. Filbinger war sowohl Nazi als vor allem auch Karrierist. Karrierist war er aber wohl noch mehr als Nazi. Diese Eigenschaft, die eigene Ideologie immer an den zeitgeistigen Autoritäten zu orientieren, ist typisch für den deutschen Untertanengeist. Heute drückt sich dieser in einem ziemlich inhaltslosen, aber dafür schon fast zur Religion erhobenen Kampf gegen rechts aus.Wer heute Widerstand gegen die Irrungen der Zeit, nämlich Extremkapitalismus und multikulturelle Egalisierungsideologie, leisten will, kommt um die Wahl der NPD kaum herum. Die heutigen Karrieristen laufen den Verirrungen der heutigen Zeit genauso gleichgeschaltet nach wie seinerzeit Filbinger dem Nationalsozialismus.

  2. Ich persönlich stehe ja auf dem Standpunkt, mich keiner Partei zu verschreiben, sprich: mich jeder Option offen zu halten. Egal ob gelb, grün, rot oder – oh ja – auch schwarz. Aber braun – oh nein.

    Die Reaktionen auf die Oettinger-Rede auf einen vermeintlich “religiös” geführten, aus karrieristischen Motiven geleiteten Kampf gegen Rechts zu reduzieren, ist wohlfeile Verschwörungstheorie, die auch einem Oettinger gut stehen würde, wie man obigem Spiegel-Artikel entnehmen kann.

    Warum man die NPD nicht wählen sollte, zeigt sich ziemlich offen in Fällen wie Reply

  3. Lieber Patridiot,
    wenn Du sonst keinen Spruch auf Lager hast, unterlasse das Kommentieren in meinem Blog, oder ich schmeiße Deine überflüssigen Kommentare raus.

  4. Der Herr Korbjuhn befindet sich offensichtlich auf [url=http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&hs=VCS&q=Filbinger+war+sowohl+Nazi+als+vor+allem+auch+Karrierist.&btnG=Suche&meta=]Copy&Paste-Mission[/url]…

  5. meiner ansicht nach zeigt der “fall” oettinger erstaunlich gut, wie es mit rechts und links tatsächlich ausschaut.
    oettinger wird noch drei, vier tage durchhalten müssen, dann ist wieder ruhe und er bei den, sagen wir mal, konservativen sowas wie ein held.

  6. Nun ja, mit seinem Rückzieher hat er sich jetzt zumindest den Weg zum Heldentum verbaut, obwohl manch Konservativer hinter vorgehaltener Hand doch seine Weltsicht vom duckmäuserischen Deutschen bestätigt sehen wird.

    Diese Menschen müssen Ängste haben… in deren Haut möchte ich nicht stecken. Überall unterdrückende Linke, islamistische Terroristen, Amokläufer…

    …und am Ende kommt dabei so einer wie der Schäuble raus. Könnten einem fast leid tun.

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