Guns n‘ Roses in Hannover.

Regenschlacht, mit dem Stichwort bringt man das Guns n‘ Roses-Konzert vom 22.6.17 in Hannover wohl am besten auf den Punkt.

Der Wetterbericht hatte schon die ganze Zeit auf Unwetter hingewiesen und meine Twitter-Timeline hatte auch einige schlimme Bilder aus den nördlichen Gefilden aufzubieten. Dass wir dann das Regencape im Auto ließen (voll uncool, nervt nur!1!) war der größte Fehler des Abends. Aber immer langsam.

Zunächst war das Gelände sehr verwirrend aufgebaut. Nach Betreten musste man ca. 700 Meter laufen, um einen Bereich des Geländes mit Merchandisebuden und Getränkeständen zu erreichen. Auch ganze drei Dixie-Klos standen dort, mit entsprechend langer Schlange. Also erst einmal eine Wurst gekauft und in die Toilettenschlange eingereiht, denn während des Konzerts auf Toilette gehen zu müssen, wäre extrem doof. Was wir nicht wussten, war, dass ca. 500 Meter weiter eine wahre Batterie an Dixie-Klos stand. Natürlich ohne Schlange.

Es waren noch zwei Stunden Zeit, von denen wir eine auf einer kleinen Rasenfläche unweit der Stage verbrachten, noch war das Wetter klasse und man konnte die Abendsonne genießen. Auf dem Weg zur zweiten Vorband wurde es dann zum ersten Mal ungemütlich, als uns ein 2-minütiger Schauer heimsuchte, der alle Besucher einmal von oben bis unten auf das einstimmte, was noch kommen sollte.

Nach einer wirklich sehr öden Vorband und einer Umbaupause ging es dann um 20.25 Uhr endlich los! Wir hatten wirklich gute Sicht und waren ganz glücklich, ein paar Euro mehr für die Karten gezahlt zu haben – auf den günstigeren Plätzen ging gar nichts mehr: über 70.000 Menschen warteten ihr erstes Guns n‘ Roses-Konzert seit 25 Jahren. Doch kaum hatte die Gunners losgelegt, als der Veranstalter schon nach 10 Minuten das Intro zu „Welcome To The Jungle“ unterbrach und darum bat, sich in die umliegenden Hallen zu begeben, um vor dem Unwetter geschützt zu sein. Kaum, dass er das ausgesprochen hatte, fielen schon die ersten Tropfen und als wir unter dem rettenden Dach standen, ergoss sich ein Platzregen, der seinesgleichen sucht, über dem Festivalgelände. 15 Minuten schüttete es aus allen Kübeln und durch alle Ritzen des Daches bis das Wetter wieder etwas trockener wurde und man sich zurück auf den Platz begeben konnte. Zum Glück konnten wir uns wieder recht gute Plätze sichern.

Pech hingegen hatten die Fans mit den günstigeren Tickets: Diese bildeten die größte Menge und die hintersten Massen suchten, statt der dafür bereitstehenden Hallen, lediglich den Schutz der Bierstände und einer größeren Überdachung – mit der Folge, dass die nachrückende Masse blockiert wurde und nun fünfzehn  Minuten im schlimmen Platzregen ausharren musste. Richtig doof!

Nach der kurzen Unterbrechung lief auf der Bühne gar nichts mehr. Die Roadies flitschten hektoliterweise Wasser von der Stage, die Boxentürme waren wegen des Sturms heruntergelassen, sämtliche Intrumente und Gerätschaften sowie die Pyrotechnik mit Folien abgedeckt. Und nun begann das gleiche Prozedere wie nach der zweiten Vorband: Die komplette Technik musste wieder eingerichtet werden. Das dauerte (eben so lange wie vorher auch). Nach einer Stunde war alles wieder startklar – und alle Menschen immer noch völlig durchnässt und viele langsam ungehalten.

Erst um 22.25 Uhr standen Guns n‘ Roses wieder auf der Bühne und dann ging es endlich los. Bei Diva Axel Rose trotz der Pfiffe keine  Starallüren zu entdecken, die Jungs standen im immer noch mal mehr, mal weniger stark tröpfelnden Regen und spielten ihr Set mit einem Spaß, dass es eine wahre Freude war. Gerade Rose, der ja schon aus nichtigeren Gründen Konzerte abgebrochen hat, strahlte richtig Lust am Konzert aus.

Und es lohnte sich, in der Nässe ausgeharrt zu haben: Die Jungs aus Los Angeles spielten nahezu alle ihre großen Hits, auch Titel von „Chinese Democracy“, und hatten für die Zuschauer auch noch eine dicke Überraschung parat: Plötzlich stand AC/DC-Gitarrist Angus Young auf der Bühne und setzte zu „Whole Lotta Rosie“ an und rockte sich mit den Gunners durch „Riff Raff“. Da haben sich wohl Axel Roses‘ Erfahrungen als AC/DC-Aushilfssänger ausgezahlt.

Und dann entwickelte sich ein großartiges Konzert, eines der besten, das ich gesehen habe. Toller Sound, tolle Präsenz der Band, ein Axel Rose, der wie in jungen Jahren über die Bühne fegte, ein Slash der in lässiger Coolness über seine Les Paul solierte und ein Duff McKagan, der mit seinem drahtigen Bass die Band vorantrieb.

Erst um 1.00 Uhr in der Nacht war Schluss. Mit Paradise City und einem Feuerwerk endete das Konzert, das wir schon eine halbe Stunde vorher verlassen hatten, um dem schlimmen Stau zu entgehen, wir waren dennoch erst um 3.00 zu Hause, um 6.00 ging es wieder aus den Federn. Egal! Wenn es ein nächstes Mal geben sollte, bin ich wieder dabei!

 

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