Musikalischer Rückblick 2016.

Rund 45.000 Minuten Musik, so meldet es Spotify im Jahresrückblick zurück, das ist schon eine ganze Menge. Nicht alles habe nur ich gehört, und dass die Rubrik „Hörspiel“ den größten Anteil hat, ist daher kein Zufall; aber dennoch habe ich noch nie so viel neue Musik gehört wie in diesem Jahr. Umso schwerer, den Fokus auf Alben oder einzelne Künstler zu setzen.

Die größte Enttäuschung war das letzte Dream Theater-Album „The Astonishing“, das seinem Namen keine Ehre machte. Das kitschige Prog-Musical schaffte es nicht, an die Stärken der alten Konzeptalben heranzureichen und plätscherte in den Gewässern einer seichten Fantasy-Story. Da konnten auch herausragende musikalische Fähigkeiten nichts mehr retten. „The Astonishing“ ist das mit Abstand enttäuschendste Album des Jahres 2016. Vielleicht haben Dream Theater das auch bemerkt, denn auf der anstehende Tour werden die New Yorker ihr vermutlich beliebtestes Album „Images And Words“ spielen. Doch nun schnell zu den positiven musikalischen Entwicklungen 2016 (wobei nicht alle Alben aus 2016 stammen)!

Bosse wäre da als Erster zu nennen, denn den hatte ich mit „Engtanz“ in very very heavy rotation. Eingängig schön, episch, einfach und überall ein Ohrwurm. Wäre gerne auf einem Konzert gewesen, ging aber nicht. Wird so schnell nicht vergessen werden.

Trivium sind eine ganz andere Baustelle, haben aber mit „Silence In The Snow“ ein tolles Album eingespielt. Gute Mischung aus Härte und Melodie. Mag ich.

Ganz ähnlich bei Evergrey. „The Storm Within“ hat mir sehr gut gefallen.

Noch eine andere Baustelle: Lisa BassengesNur fort“ und „Wolke 8“ sind fantastisch. Mehr muss man dazu nicht sagen. Solange sie nicht englisch singt, kann man alles hören, was die Frau aufnimmt.

Immer noch habe ich John MayersWhere The Light Is: John Mayer Live In Los Angeles“ auf meiner Top-Liste. Nach wie vor: Der Mann spielt elektrisch und akustisch, als käme er vom anderen Stern und singt auch noch dazu. Schade, dass die anderen Sachen so sehr poppig gemacht sind.

Apropos live: Hatte ja schon mal geschrieben, dass ich erstaunlicherweise das Toto-Live-Album „Falling In Between (Live)“ ganz furchtbar schön fand. Ob die jahrzehntelange Gehirnwäsche durch öffentlich-rechtliches Radio hier seine Wirkung zeigt?

Kleines Live-Zuckerl: Jeff Becks Version von „Little Wing“, weniger wegen der Gitarre (auch groß) als vielmehr wegen des Gesangs. Das Album ist auch groß, aber „Little Wing“ ist grandios.

Ansonsten habe ich in diesem Jahr weniger Metal, dafür mehr Bluesrock gehört; mehr Songs, weniger Alben; mehr den Sound im Ohr gehabt. Da von meinen Musikern alle 2016 verschont wurden, freue ich mich schon auf ein musikalisches Jahr 2017.

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