Großwetterlage

Keine Rechtsradikale nirgendwo. Und schon gar nicht in Mügeln! Spielabbruch wegen antisemitischer Sprüche, so’n Quatsch. In Mügeln ist alles rassenr… äh… astrein.

Apropos astrein: Da haben sich ja zwei Astralpolitiker gesucht und gefunden. Friedrich Merz und Wolfgang Clement – ich schlage vor, die beiden gründen eine neue Partei, dann wär’ mal wieder richtig Stimmung in der Bude. Zwar wüsste dann immer noch keiner, was er wählen soll, aber witzig wäre das schon, wenn da noch eine FDP-Konkurrenzpartei herumwurschteln würde, die gleichzeitig auch noch eine gewisse CDU- und SPD-Klientel anspräche.

Beim Wort „wählen“ bricht mir übrigens immer der kalte Angstschweiß aus. Ich sehe nämlich schon einen erbosten Wahlleiter, der mich an den Ohren aus der Wahlkabine zerrt, weil ich schon seit  Stunden darin verharre und überlege, wo ich nun mein Kreuzchen machen soll. Vielleicht schicke ich auch den Wahlomaten hin oder würfele aus. Gibt’s dafür nicht schon ‘ne App?

Habe heute im Radio gehört, dass sich Merkel und Guttenberg bei der Trauerfeier in die erste Reihe gesetzt haben sollen, was mich für fünf Sekunden tierisch auf die Palme gebracht hat. Ich konnte einfach nicht los von der Vorstellung, dass da möglicherweise jemandes bester Kumpel „für Deutschland am Hindukusch“ weggesprengt worden ist, und dann breitgesessene Politiker*rsche, die ihn bestenfalls per Foto zu Gesicht bekommen haben, dessen Platz besetzen, damit sie Punkte beim Volk (ja, dem Volk, dem Volks-Volk, dem Bild-Volk) sammeln können. Bruah. Schon beim Bund war mir die Vorstellung zuwider, dass im Falle einer Beerdigung uniformierte Vollidioten herumrennen würden; daran, dass sich dann noch schlagzeilengeile Politclowns dazumischen, hätte ich nicht mal im schlimmsten Albtraum zu denken gewagt. Und bei einem Guido Westerwelle auf meiner Trauerfeier – da wäre ich aus meinem Sarg noch einmal rausgekommen…

Republic of Fat

Ja, ich gestehe: Ab und an mag ich auch ganz gerne mal FastFood und bin nicht abgeneigt, meine Zähne in einen Hamburger von McDonalds oder BurgerKing zu senken wohlwissen, dass das in jeder nur erdenklichen Hinsicht politisch unkorrekt, ungesund, menschenverachtend, Tierrechte missachtend und hochgradig zweifelhaft ist, sodass ich jeden Burger gleich nach dem Verzehr nicht wegen seines immensen Fett- und Kaloriengehalts, sondern aufgrund der moralischen Schwere, mit der er in meinem Magen lastet, gleich wieder erbrechen müsste.

Das Motto von KFC

Doppelt schlimm ist das Ganze, wenn das in einer solchen Nahrungsentwertungskette servierte Gargut gar nicht gut, sondern optisch unappetitlich, mit schwammiger Panade umwickelt und im Eimer serviert daherkommt, zu dem sich ein Pappschächtelchen gesellt, nicht unähnlich denen, die man oft in Krankenhäusern findet, wenn der Patient Darmbeschwerden hat… Dabei begrüßt einen bei Kentucky Fried Chicken doch ein netter Onkel mit dem Versprechen, nein, der Verheißung das Land der Frische, den Garten Eden der Fast-Food-Ketten zu betreten: „Republic of Fresh“ heißt es da. Die Enttäuschung war groß, der Hähnchenbrater vom Supermarkt dreimal besser und unser Besuch bei „KFC“ wohl auch der letzte. Buäh.

Ich sag ja gar nix.

Dieses Mal macht es gar keinen Spaß, über Olympia zu meckern und über verrotzte, aufgeputschte Biathleten herzuziehen. Auch das Nichtbeachten der sportlichen “Großereignisses” im Blog vorzuzeigen, reizt mich nicht wirklich, und das kann man getrost auch auf weitere Ereignisse ausdehnen, die sich aktuell abspielen. Dass z.B. neben Raabs Kandidaten für den Eurodingenskirchencontest die Hand voll Katzenjammerer bei “Deutschland sucht den nächsten Auszulutschenden” jetzt schon einen Klassen- und Charismaunterschied machen, der sich gewaschen hat, bleibt unerwähnt. Zum Gepolter um Helene Hegemann verstumme ich. Der Pilotenstreik juckt mich nicht die Bohne und ob Verdi Mitarbeiter unter Tarif bezahlt, soll andere Hunde wecken. Zu Westerwelle ist alles gesagt. Dass Jürgen Rüttgers sich Gesprächstermine landesfürstlich entlohnen lässt, überrascht nicht und muss ungesagt sein, die Griechenlanspleite wird in Stille beobachtet, die Flutung der Kölner U-Bahn stumm erwartet.

Ist doch alles wie immer.