Aug
23
2010
Hokey
Gestern lief eine beeindruckende Dokumentation über 9/11 auf einem der öffentlich-rechtlichen Sender, ich glaube, im Rahmen der Reihe ZDF-History. Das Interessante an dieser Doku sind nicht zahllose Verschwörungstheorien und Detailanalysen, sondern das puristische Gegenteil: Die Doku bedient alleine sich des Materials all der Menschen, die am 9.11.2001 ihre Kameras auf Süd-Manhattan gerichtet hatten und blendet zwischendurch immer wieder auch den Funkverkehr der Rettungskräfte ein – immer mit Untertitel. Der Spannungsbogen reißt, dank der Imposanz des Ereignisses und einem geschickten Schnitt sowie der fast unmerklichen Hintergrundmusik, nicht ab.
Dabei geht die Doku chronologischen vor und es kommt, abgesehen von dem Schauder, den dieses Ereignis immer noch hervorzurufen imstande ist, zu wirklich überraschenden Momenten und neuen Einsichten. Da ist die Familie, die aus sicherer Entfernung ihre Kamera auf ein Stativ platziert hat, um das Grauen zu filmen. Plötzlich tönt aus dem Off überrascht die erste Erkenntnis: “Ich glaube, ein Turm ist eingestürzt.” Eine halbe Stunde später wieder Überraschung: “Oh, beide Türme sind verschwunden.”
Die Kinnlade fiel mir dann runter, als ein Kameramann sich nach dem Einsturz des Südturms in das eingestürzte Gebäude wagt und im Foyer auf einen geschäftigen Feuerwehrmann trifft: “Man hat uns gesagt, die Spitze sei eingestürzt. Hier war alles voller Glas und Staub. Ich bin der Letzte hier.” Da überlebt dieser Mann im Zentrum des Orkans einen Gebäudeeinsturz gigantischen Ausmaßes und scheint nicht einmal zu ahnen, dass alleine schon wegen der Staubwolke, die dieser Einsturz verursacht hat, halb Manhattan auf der Flucht war.
Apropos Staubwolken: Diese alleine auf O-Töne zurückgreifende Dokumentation zeigt deutlich, wie sich Ängste gerieren. Von Beobachtern wurden Ähnlichkeiten mit Atompilzen ausgemacht und nicht wenige schienen besorgt zu sein, dass radioaktives Material die Luft verseuchen würde. Menschen, bedeckt von einer zentimeterdicken Staubschicht, hatte ich auch nicht mehr so im Gedächtnis. “Ich bin 69 und kann immer noch rennen.”, stellt ein staubbedeckter Mann fest. Andere wollen den Krieg, sofort, diese Araber, alle sollen sie dran glauben, jetzt.
Auch wenn die Ordnungshüter bisweilen sehr bemüht waren, Filmer und Kamerateams vom Ort des Geschehens fernzuhalten, so war ich ihnen am Ende doch dankbar für diesen multiperspektivischen Blick auf das Geschehen am 9.11.2001.
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Aug
5
2010
Hokey
Mann, meine Knie! Nach drei Tagen des Laminatverlegens habe ich nun Knie wie ein Fliesenleger und festgestellt, dass man nach zehn Stunden Schuften kaum noch ein Bedürfnis nach Internet, Computer und Co. besteht. Denn ansonsten hätte ich schon vorvorgestern geschrieben, dass es mich wundert, dass sich urplötzlich alle Medien gleichzeitig auf Chelsea Clinton stürzen um sich an irgendwelchen Prinzesschen-Artikeln abzukämpfen. Es gibt ja auch nix Wichtigeres auf der Welt und die Nachrichtenagenturen haben ja auch sonst nichts zu bieten. Selbst die FAZ hat über die Pferdegebissige geschrieben… buuah… diese omnipräsenten Clintons kann ich wirklich nicht mehr sehen.
Die Netzneutralität fleucht dahin: Die Dicken werden demnächst schneller angesurft werden können als die Kleinen, weil sie gerne bereit sind, dafür in die pralle Tasche zu langen. Das könnte z.B. bedeuten, dass man dieses Blog nur noch mit Modem-Geschwindigkeit ansurfen kann, während ein vergleichbares Blog von Google gehostet in Sekundenschnelle auf dem Bildschirm aufpoppt, was im Ergebnis dazu führen könnte, dass mehr Menschen sich dafür entscheiden, ein Blog bei Google zu hosten, anstatt selber für mehr Geschwindigkeit in die Tasche greifen zu müssen. Ich könnte …
Ansonsten vertrödel ich meine Zeit damit, Drakensang 2 zu spielen. Das Spiel ist grafisch und atmosphärisch ein großer Fortschritt im Vergleich zu Drakensang 1, aber leider stürzt das Spiel unglaublich oft ab, und in einem Forum des Herstellers habe ich sogar einen Moderatoren-Beitrag gefunden, der generell davon abriet, die Quicksave-Funktion zu benutzen. Seit ich das befolge, hat sich die Anzahl des Enttäuschten-auf-den-Schreibtisch-Hauens ungefähr um 75% verringert, allerdings bin ich gerade mal wieder gefrustet, weil ich weiß, das das Spiel wieder abstürzen wird, wenn ich meine Party auf den verruchten Skelettmagier schicke. Aber der nächste Patch kommt gewiss… irgendwann… vielleicht.
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Mai
30
2010
Hokey
…dass Blinkebilder vom Lesen ablenken und NERVEN! So, lieber Spon, du hast es geschafft, jetzt habe ich Twitter auf meine NoScript-Blacklist gesetzt, weil ich die ganzen, nervigen Updates neben dem Artikel nicht mehr sehen kann. Mein Gott! Wenn ich auf Twitter etwas lesen will, dann lese ich es auf TWITTER!
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Mai
15
2010
Hokey
Nach den Angaben von Google wurden von offenen WLAN-Funknetzwerken auch sogenannte Nutzdaten („payload“) gespeichert, beispielsweise Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Webseiten. (Faz)
Aber kein Grund zur Sorge: Google ist ganz lieb.
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Mai
9
2010
Hokey
Surfe gerade auf Spiegel.de herum und plötzlich sticht mir das ins Auge:

Wie man sieht, ist links eine Facebook-Leiste, die mich auch ganz korrekt als Surfer identifiziert hat. Jedoch habe ich alle Scripte für Facebook per NoScript verboten, was dieses Ding nicht zu interessieren scheint. Auch, wenn ich Spiegel.de insgesamt Scripte untersage, hilft das nicht gegen den Spionage-Kasten. Hat jemand einen Rat? Wenn nicht, dann muss ich wohl meinen FB-Account löschen lassen.
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Mai
9
2010
Hokey
Bei meiner Suche nach einer effektiven Methode, den Analog-Spam der deutschen Post, das unnötig umweltbelastende Werbeblättchen „Einkauf Aktuell“, dauerhaft loszuwerden, bin ich auf eine zwar langfristig wenig effektive, aber dafür durchaus das erhitzte Gemüt erleichternde Methode gestoßen:
Trotz Aufkleber ›Keine Werbung‹ auf meinem Briefkasten erhalte ich laufend mit der Tagespost die Broschüre ›Einkauf aktuell‹ von der Deutschen Post – in Plastik eingeschweißt. Wenn ich ökologisch richtig entsorge, muss ich jedes einzelne Exemplar von der Plastikhülle befreien und das Papier in den Papiermüll, die Plastikhülle in den Plastikmüll geben. Dies ist ausgenommen lästig. Deshalb werfe ich diese Werbung in den offiziellen Briefkasten der Deutschen Post zurück, frage mich aber, ob das der richtige Weg ist. (SZ-Magazin)
Klingt gut.
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Mai
8
2010
Hokey
Wie schon vor der Bundestagswahl 2009 trommelt die Deutsche Post die Werbepauke für die CDU:
Und wie beim letzten Mal findet man auch heute wieder ein „Interview“, als Anzeige deklariert, auf Seite 3. Mit butterweichen Arschkriecherfragen und den gleichen Fotos, die man auch auf den Wahlplakaten zu Gesicht bekommt.
Kann man den Typen verbieten, das Blatt ans Haus zu liefern?
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Mai
6
2010
Hokey
Angesichts dieser erbärmlichen Schlagzeilengeilheit von Spon und Süddeutsche.de werden die FAZ und ich immer bessere Freunde.
Spon:

Die Süddeutsche:

Sachlich und unaufgeregt dagegen die FAZ:

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Apr
20
2010
Hokey
Gestern kam eine dieser „Wir-suchen-vermisste-Familienmitglieder”-Sendungen auf RTL. Dramatik pur. Eine arme deutsche Oma sucht ihr armes verschollenes Enkelkind, dessen Spuren sich in den weiten Tiefen des Wilden Westens verloren haben. Die investigative Reporterin zeiht alle Register: Sie fliegt in die USA, recherchiert auf Polizeistationen, telefoniert sich auf Verdacht durch das halbe Telefonbuch, trifft alte Familienmitglieder und Bekannte, klingelt an längst verwaisten Haustüren und zum Schluss – ganz zum Schluss (wann auch sonst?) – findet sie die Verschollene, die als Tüpfelchen auf dem i auch noch unter Tränen eine herzzerreißende Geschichte über ein verstorbenes Kind zu erzählen weiß.
Ich dachte mir, das kann ich auch, habe mir mein Smartphone geschnappt und noch vor der tränenerstickten Auflösung im Fernsehen die gesuchte Person inclusive Foto gefunden: bei Facebook. Hat keine zwei Minuten gedauert, aber was tut man nicht alles für die Dramaturgie. Hoffe, die Laienschauspieler waren nicht zu teuer…
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Jan
9
2010
Hokey
Oh Gott! HILFE! Ziegengrippe, Schweinegrippe, Pferdegrippe, Quallengrippe, Shrimpsschnufpen und nun noch DAISY! Wir werden alle sterben, niemand das Jahr 2010 überleben, der Golfstrom wird versiegen, Putin Weltherrscher und Berlusconi Europakanzler. Gigantische Schneewehen werden unser weißes Grab sein, aus dem die wenigen Überlebenden unsere virenzerfressenen Körper eines Tages ausbuddeln müssen, um unsere von Krankheiten ausgezehrten Körper in tiefen, strahlungs- und virensicheren Stollen zu verfrachten, damit die Menschheit vor uns sicher ist. Wilde Eisbären werden ab nächster Woche Bruno rächen und Pinguine auf unseren Straßen dazu feiern. Kriegerdenkmäler werden vom Frost zerrissen und stattdessen Gedenktafeln für Meteorologen aufgerichtet werden. Ben Wettervogel wird unser Nationalheld sein und der Schlittenbau Deutschlands wichtigste Schlüsselindustrie. Merkel wird zur Eissäule erstarren und Leichtmatrose Westerwelle mit seinem Narrenschiff in der Nordsee für ewig eineisen – wie auch immer: Der totale Untergang droht uns heute, jetzt, in diesem Augenblick!
“Drama” ist das Stichwort einer zweitklassigen Pro-Sieben-Werbefigur für Billigtelefonie: “Drama” ist leider auch das Stichwort unserer ach so seriösen Nachrichtenvermittler. Ich muss sagen, “Drama” verliert schwer an Reiz. Und die Nachrichtenschwätzer aller Kanäle sollen doch endlich mal wieder den Ball flach halten.
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