Jul 2 2010

Analysten der Banken versagen erneut

Hokey

Brasilien wird nicht Weltmeister. Mal wieder haben die Analysten versagt. Und lasst mich raten: Fußballspiele zu tippen, ist leichter, als globale Finanzströme zu berechnen…

Deutlich umfangreichere Studien kommen von Goldman Sachs, UBS und Commerzbank. Beispiel Commerzbank: Auf 16 Seiten analysieren die Experten Weltranglistenplatzierung, Turnierbilanz und beachten sowohl Heim- als auch Kontinentvorteil. Das Ergebnis deckt sich mit dem der Deka: Brasilien gewinnt im Finale gegen Spanien und wird Weltmeister. UBS und Goldman schließen sich an: Brasilien! (Capital.de)


Jun 25 2010

Nur heute: Großer Nazi-Vergleiche-Ausverkauf

Hokey

Mann Leute, selbst dass die britische Yellow-Press ständig schlechte WKII-Vergleiche und irgendwelche Stahlhelm-Bildmontagen ausbuddelt, halte ich für einfallsloser als einfallslos, aber wenn schon deutsche Blogger damit anfangen… muss doch wirklich nicht sein. Es ist ein Fußballspiel, bei dem 22 bis an den Rand gedopte Männer 90 Minuten hinter einem Ball herrennen. Nicht mehr, nicht weniger. Dabei sollten wir es belassen.

Die Blogosphäre erlebt sowieso gerade eine schwache Stunde: Die Faz sperrt ein Blog und auf Twitter herrscht prompt großes Krakeele. Schon wieder kursiert ein Nazi-Vergleich, diesmal von Sixtus gestreut. Dachte immer, der wäre gebildet, aber leider vergleicht er das Sperren des Blogs mit der nationalsozialistischen Bücherverbrennung und hundert Idioten zitieren das auch noch. Man muss das Vorgehen der FAZ ja nicht gut finden, aber ein wenig Augenmaß beim Suchen von Vergleichen wäre nicht verkehrt.

Besser gefällt mir die Replik bei Tagesschau.de auf Angela Merkel: Wer lebt denn hier über seine Verhältnisse? Diesmal ohne Nazi-Vergleich.


Jul 24 2009

Überschriften sind doof

Hokey

Während die Demoskopen Spitzenplätze nur noch an CDU und CSU-Köpfe verteilen, zumindest in den Top-of-the-Pop-Rankings, gibt Feynsinn der SPD anlässlich einer Meldung des DIW bezüglich Reichen- und Erbschaftssteuer eine volle Breitseite. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte auch noch so viel Wut im Bauch, um solche Polemiken zu schreiben, aber die SPD ist mir eigentlich nur noch gleichgültig. Soll sie doch den Bach runtergehen mit ihren ganzen Agenda-Fatzkes, Ausschussbehinderern und CDU-/FDP-Nachäffern.

Denn irgendwie geht doch sowieso alles einfach immer so weiter wie vorher. Die Großkupferten schreien weiterhin nach unendlichem Wachstum und Lance Armstrong fährt Tour de France. Ist wie bei den Banken: Ab einer gewissen kritischen Größe kann man sich offensichtlich alles erlauben. Ich gebe mal eine Prognose, dass auch der BND-Untersuchungsausschuss nicht mehr neu aufgelegt wird, dazu blocken die ehrenhaften Parteien der Mitte viel zu gerne das Recht aus. Bundesverfassungsgericht hin oder her.

Ach! – so langsam bemerken auch ein paar Zurückgebliebene, dass es etwas wie das Internet gibt. Die Post und Zensurursula haben ganz tolle Ideen entwickelt: Die eine will nun E-Mails ausdrucken und zustellen, die andere verlangt, dass man sich Verhaltensregeln fürs Internet ausdenken sollte. Wie gut, dass wie nicht auf sie gewartet haben. Schnarchnasen.


Jun 6 2009

Klitschko gegen Tschagaev

Hokey

Ha! Eine rechte Gerade an das Kinn des Sauerland-Boxstalls! Nachdem dessen “Boxer” Niklaj Valuev sich 24 Stunden vor dem Kampf gegen Tschagaev, gegen den er schon einmal verloren hat, mit einer fadenscheinigen Ausrede gedrückt hat und der Gegner von Wladimir Klitschko ebenfalls einen Rückzieher machen musste, stand zunächst zur Debatte, ob Valuev nicht gegen Klitschko kämpfen könne. Wiederum war sich der Sauerland-Boxstall um keine Ausrede zu schade – Valuev (Körpergröße 2,13!) könne sich nicht so schnell gegen einen so großen Gegner wie Wladimir Klitschko umstellen.

Tschagaev kann’s. Es kommt jetzt am 20.6.  zum Kampf Klitschko gegen Tschagaev – gewiss ein besserer, als jeder Kirmesboxkampf mit Valuev im Ring je hätte sein können. Ein Sieg für den Boxsport. Soll Valuev doch lieber weiter in der weiten Taiga Wildschweine jagen…


Apr 9 2009

“50 Euro Nachnahme, bitte!”

Hokey

Meinte der Paketzusteller gerade eben, genau bevor mir das Herz kurz stehen blieb. Ich hatte mich schon auf das Öffnen des Pakets gefreut, aber 50 Euro Nachnahmegebühr!? Dabei bestelle ich doch nie per Nachnahme… ach Moment… das Paket muss für die neuen Nachbarn sein. Wobei: Eigentlich sind wir die neuen Nachbarn, denn wir sind ja umgezogen und haben den Umzug fast überstanden. Das Internet hat mich jetzt auch wieder, nebenbei ein kleines Lob an Versatel, die den Umzug des Telefons reibungslos über die Bühne gebracht haben, ganz entgegen den Horrorerwartungen, die ich zuvor hatte. Als passionierter C’t-Leser ist man bei Telekommunikationsanbietern ja auf alles gefasst, und unter sechs Wochen Internetabstinenz machen die’s ja eigentlich gar nicht. Bei uns lief jedoch alles reibungslos.

Obwohl es ganz erholsam war, einmal ein paar Tage (fast) ganz ohne Verbindung zu sein – ich könnte mich schnell daran gewöhnen, glaube ich. Ging ja vorher auch. Obwohl… ich dann nicht unkompliziert nach Tipps suchen könnte, wie ich unseren neuen, alten Apfelbaum vor den bösen kleinen Pilzen rette, die ihn befallen haben. Denn einen Apfelbaum wünsche ich mir eigentlich schon seit Ewigkeiten, weshalb ich nun schnell Gegenmaßnahmen gegen die fiesen Killerpilze ergreifen muss, wenn es nicht schon zu spät ist. :-(

Bielefeld ist schon eine paradoxe Stadt. Erstens existiert sie gar nicht. Zweitens sind wir nun stadteinwärts gezogen, eine Autobahn ist in Sichtweite, gleichzeitig wohnen wir aber grüner als vorher. Mit Garten (endlich), logo, denn wo sollte sonst der Apfelbaum stehen. Wusste gar nicht, dass Vögel so laut sein können. Wurde schon vor den Fröschen im Nachbargarten gewarnt, die müssen ein ordentliches Konzert quaken können. Frösche waren früher meine Lieblingstiere, hoffe, das bleibt so, ansonsten werde ich mal frische Froschschenkel probieren. Auch auf ordentlich Gartenarbeit werde ich mich wohl einstellen müssen, denn die Vorbewohner haben so gut wie gar nichts im Garten gemacht, weshalb wir hier eine nette kleine Hypothek in Form von Unkraut haben, das gejätet werden muss. Apropos Unkraut…

Schnell noch ein politisch-wirtschaftlicher Rundumschlag

…während meiner paar Tage Internetabtinenz steppen natürlich die Mäuse auf dem Tisch! Die GroKo verballert Wahlkampfgeschenke im großen Stil – die Leute hauen ihr Geld für Neuwagen aus dem Fenster als gäbe es kein Morgen mehr. Kredithaien und Pfandhausbesitzern trieft bei solcher Voraussicht der blanke Speichel aus den Lefzen, die wissen, was die Stunde geschlagen hat. Nächstes Jahr wird bitter, die fettsubventionierte Autoindustrie zieht den anderen Branchen das Geld ab. Die Regierung verdirbt die Preise – nicht für dieses, aber fürs nächste Jahr, und der Gebrauchtwagenmarkt liegt jetzt schon darnieder.

Doch nicht nur das! Da erdreisten sich diese Politdarsteller, mir meine Dosenbohnenvision zunichte zu machen! Räudige Nachgeber! HRE-Aktien für 1,39€ kaufen! Die wären noch tiefer gegangen, da bin ich mir sicher, und dann hätte ich mit meinen Wagenladungen Bohnen zulangen können, aber der Herr Steinbrück muss natürlich Steuergelder verschleudern, davon hat er ja so viel. Für puren Schrott gibt er Milliarden! Besser, er hätte mir ein paar Dosen abgenommen – für die hätte er wenigstens einen garantierten Gegenwert in Form von Metall und Biogas bekommen.

Doch Politiker blühen ja erst in der Apokalypse so richtig auf. Irgendwo im zerstörten Italien soll jemand gesagt haben, das Leben in einem Zeltlager wäre vergleichbar mit einem Campingurlaub. Er sollte vorsichtig sein, denn Wurfgeschosse liegen nun wahrlich zuhauf in den Straßen der zertrümmerten Städte. Und wenn die verbraucht sind, lässt sich’s auch trefflich mit dem Müll werfen, der Italiens Straßen säumt. Doch alleine die Tatsache, dass die Italiener diesen Schmierlappen überhaupt dreimal gewählt haben, spricht leider nicht für ihre Lernfähigkeit. Wir werden mit saurer Miene dabei zuschauen müssen, wie der Patriarch ins Kissen sinkt, bevor er Italien aus seinen Klauen entlässt.

Auch im Sport greift die Finanzkrise und eine Regel scheint sich herauszukristallisieren: Die Großen werden auch mal erwischt. Die ansonst so souveränen Bayern-Profis fangen eine Klatsche nach der anderen, vermutlich sind sie in Gedanken mehr bei ihren Aktien-Depots als auf dem Fußballfeld, wenn die Gegener ihnen Hütte um Hütte geben. Podolski ohrfeigt Ballack, da liegen die Nerven offensichtlich ganz schön blank.

Kaum ist die “Fluch der Karibik”-Euphorie verebbt, langen Piraten vor Somalia richtig zu. Trotz gewaltiger Kriegsschiffe kapern die Jungs alles, was nicht bei drei auf dem Mast ist. Wir warten auf die Bombardierung und Invasion Somalias zum Schutz der Welt vor der terroristischen Piratenbedrohung. Parallel dazu könnte Schäuble Anti-Piraten-Gesetze erlassen, unter die dann natürlich auch Raubkopierer und Musikpiraten fallen würden.

Zum Glück kann mir da nichts passieren, ich habe mich (der Gott der Freiheit möge mir verzeihen) bei Napster angemeldet, das jetzt als schlechter Kulturflatrate-Ersatz herhalten muss. Die Software ist mies, die Empfehlungen dürre, die Bedienung umständlich, aber – verdammt! – ich habe für 10€ monatlich Zugriff auf nahezu jede Band und jedes Lied, das ich hören möchte. Das ist es mir wert.

So, Sendepause. Ich muss jetzt mein Arbeitszimmer aufbauen, einräumen und herrichten. Wünsche allen frohe Ostern, falls ich nicht nochmal schreibe.


Aug 15 2008

Qualitätsjournalismus

Hokey

Kerner wird plattgemacht. Von Michael Johnson.

Joffe wird plattgemacht. Von Thomas Knüwer.

Beide haben es sich redlich verdient. (Übrigens: Neue Feed-URL!)


Aug 15 2008

Verdient keinen Titel

Hokey

Komm schon, Tackbackspam! Na los! Ich habe meinem WordPress gerade neue Boxhandschuhe heruntergeladen… komm schon, du Feigling, ich will wissen, ob’s auch funktioniert!

Ypsilanti macht uns jetzt die Heide. Schade, dass so ‘n ekliger Koch davon profitieren wird. Bei anderen hätte ich ja bravoklatschend daneben gestanden, aber nicht bei Koch. Eben habe ich übrigens Ruprecht Polenz im Radio gehört und hatte das Merkel-Generalsekretär-Deja-Vu. Ruprecht Polenz… hihihi… Laurenz Meyer… hohoho. RWE-Meyer, um genau zu sein.

Warum die Georgier diesen beknackten Krieg gestartet haben, verstehe ich immer noch nicht. Dass Russland das ausnutzen würe – wer hätte das nicht geglaubt? Wie naiv muss man sein? Aber jetzt rumjammern. Mit dem, der anfängt, hat man meist wenig Mitleid, wenn er eins auf die Mütze kriegt. Und Medwedingsbums will Merkel jetzt Gräuelfotos zeigen, schreibt man beim Spon. Was nun? Haben Georgier jetzt auch frühgeborenen Säuglinge erschossen oder düsen mit mobilen Chemiefabriken durch die georgischen Berge? Gääähn… die wollen uns allesamt für dumm verkaufen, und das Schlimme ist, es gelingt ihnen meistens. Das ist bitter.

Sympathisch dagegen der ewige Sieger Hambüchen. Der ist konsequent. Einmal danebengreifen, immer danebengreifen. Das ist deutsche Gründlichkeit. Kam mir früher immer ein wenig arrogant vor, gewinnt jetzt an Sympathie. Nobody is perfect, es sei denn, man trainiert derart, dass es spritzt. Offensichtlich spritzt es am meisten im Schwimmbecken… äähm… im “Wasserwürfel”, dessen Namensgebung ich für eine perfide Masche der Chinesen halte, kleine Demokratenkinder zu verdummen, denn ein Würfel sieht in Wirklichkeit so aus. Vielleicht haben die Chinesen aber auch nur Probleme damit, Würfel zu kopieren, wir wissen es nicht.


Aug 14 2004

Olympia

Hokey

Nachdem ich nun heute schon fünfmal in den Medien mit den einleitenden Worten begrüßt wurde “Das olympische Feuer brennt!” oder “Mit einer großartigen Eröffnungsfeier…”, muss ich jetzt auch meinen Senf dazugeben:

Ja, die vierjährlich ausgetragenen, internationalen Dopingspiele sind eröffnet. Ob große Pharmaunternehmen oder kleine Apotheker – sie alle treten unter der Flamme des olympischen Bunsenbrenners gegeneinander an, um am Ende herauszufinden, wessen Mittelchen am besten gewirkt haben. Die einzigen zwei Disziplinen sind gemessene Leistungssteigerung des gedopten Athleten und als Königsdiziplin die Dopingkontrolle. Wer diese gedopt übersteht, der kann sich wahrhaft Olympiasieger nennen. Die Punkte in diese Disziplin werden jedoch nicht nur nach rein chemischen Ergebnissen gewertet, auch die phänotypischen Ergebnisse müssen stimmen – das chinesische Team der Schwimmerinnen ist in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel für misslungenes Doping.

Genauch wie die Tour de France werde ich mir auch die olympischen Spiele nicht angucken. Auf gedopte Sport-Stars und zerschundene Kinderseelen kann ich verzichten. Am Ende bleibt nichts. Während das irakische Team freudig einmarschiert, tobt in Nadschaf der Krieg (der während der echten olympischen Spiele ruhte) und dass Süd- und Nordkorea hinter einer Fahne einmarschierten, hatte schon 1996 keine positiven Auswirkungen auf das Verhältnis der beiden Staaten. Alles für nichts – ich verzichte darauf, den Sendern, die dieses Pseudo-Spektakel übertragen, meine Stimme zu geben.