Okt
16
2009
Hokey
Kündigungen wegen sechs unbezahlter Maultaschen, wegen einer Brötchenhälfte, für Pfandbons im Wert von 1,30€, für das Verzehren von Brotaufstrich für zehn Cent oder auch weil jemand sein Handy am Arbeitsplatz aufgeladen hatte – ich würde zu gerne einmal wissen, wie oft genau die gekündigten Menschen unbezahlte Überstunden geklotzt haben? Oder ob man da nicht vielleicht den Arbeitgeber entlassen müsste? Unbezahlte Überstunden – wäre doch mal ein Thema, wo sich die Arbeiterpartei hervortun könnte. Doch die hat ganz andere Probleme und eines davon hat mal wieder laut gedacht…
… denn der historische Wahlverlierer Steinmeier hat den Mund aufgemacht und es ist ihm dabei nichts Gutes gelungen. Vorm “Linksruck” fürchtet er sich, man habe Wähler an CDU und FDP verloren. Du hast’s vernommen, liebe SPD, die Maxime muss lauten: CDU und FDP rechts überholen! Für härtere Hartz-IV-Regelungen, Rente mit 70 und eine komplette Auflösung des Kündigungsschutzes. Und Mindestlöhne nur für Einkommensbezieher mit über 80.000 netto im Jahr. Damit gewinnt man die absolute Mehrheit! Wenn man die SPD-Spitzen so reden hört, könnte man fast glauben, Steinmeier und Müntefering wären eingeschleuste Agenten der Konservativen und versuchen, die SPD von innen zu zersetzen.
“Zur Strafe acht Jahre Opposition” schreibt Dieter Degler, ich erhöhe auf “Zur Strafe raus aus dem Bundestag”. Man muss froh sein, dass die Bundestagswahlen so verlaufen sind, wie sie verlaufen sind.
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Okt
14
2009
Hokey
Ja, ich muss zugeben: Es gefällt mir, wie die SPD nach den Wahlen eine Ohrfeige nach der nächsten bekommt. Diesen Satz heißer Ohren hat sich keine andere Partei so ausdauernd und mit Inbrunst verdient wie die sogenannten Sozialdemokraten.
Dabei kommen die Nasenstüber von allen Seiten. Nachdem Müntefering in gewohnter Realitätsverkennung Oskar Lafontaine die Schuld am schlimmen Wahldebakel zuschustern wollte, konterte dessen Partei hart, aber folgerichtig: Müntefering sei der Totengräber der SPD. Nun, ganz alleine hat er das nicht hinbekommen, aber er und seine Hartz-Genossen haben sich schon redlich darum bemüht und jedwede Regung “von unten” ignoriert.
Doch damit nicht genug. Nun schickt sich die FDP an, ausgerechnet das zu tun, was die Bevölkerung von der SPD erwartet hätte: Sie kündigt an, die Hartz-IV-Regelungen mildern zu wollen. Was dabei im Ergebnis herauskommt, wollen wir mal in Ruhe abwarten – besonders, ob dadurch nicht indirekt der Niedriglohnsektor ausgebaut werden soll, aber die ausgeholte Hand zielt schon recht deutlich auf die geschwollenen Wangen der SPD, die sich von der “Partei der kleinen Leute” zur “Partei für Niemanden” herabgewirtschaftet hat.
Apropos “Niemand”: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mutmaßlich noch weniger Wahlberechtigte SPD wählen würden als zum Zeitpunkt der Bundestagswahl. Ohrfeige um Ohrfeige… und Münte pennt immer noch tief und fest. Nachdem Projekt 18 nun also fast Wirklichkeit geworden ist, scheint auch die 5%-Hürde nicht mehr unrealistisch. Ich gebe euch acht Jahre, dann seid ihr entweder tot oder habt endlich begriffen.
Und etwas abseits vom Thema: Einen bedenkenswerten Vorschlag zu Verbesserung der Bundestagswahlen findet man bei der Wochenzeitung Der Freitag.
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Sep
27
2009
Hokey
Steinmeier macht uns den Schröder. Der wollte ja auch partout Bundeskanzler bleiben, auch wenn Merkel den Sieg schon in der Tasche hatte. “Oppositionsführer” möchte er jetzt sein! Was glaubt Agendameier eigentlich, wieso die SPD seit seiner Agenda permanent – verzeihung – auf die Fresse kriegt? Weil seine Politik so beliebt ist? Weil seine Politik bei den Menschen positiv ankommt? Weil seine Politik sich positiv auf die Menschen auswirkt?
Mann, “Prickel”! Mach’s wie Saddam, verkriech’ dich am besten in einem tiefen Loch, bevor du deine eigene Partei darin versenkst, und lass uns mit deiner Politik in Frieden! Ich will auf jeden Fall frische Ideen und neue Gesichter in der SPD. Vorher brauchen wir über Kreuzchen und so ‘ne Sachen gar nicht nachzudenken.
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Sep
26
2009
Hokey
Als Anzeige kaschiert trommelt die Deutsche Post in ihrem kostenlosen Postwurf-TV-Programm am letzten Tag vor der Bundestagswahl lauthals Werbung für Merkel:
War ja immer zufrieden mit der Post, aber heute habe ich die Schnauze voll von dem Laden. Und dass es sich um ganz bewusste Irreführung handelt, erkennt man am “Interview” mit Merkel auf Seite 3, denn auch dieses hat man als “Anzeige” deklariert. Als Interviewer steht da aber nicht “CDU-Parteizentrale”, sondern “Einkaufaktuell”:
Ich denke, daraus kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.
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Aug
12
2009
Hokey
Bevor ich zum eigentlichen Beitrag komme: Du kleiner mieser Spammer, der du glaubst, ich merke nicht, dass hinter deinen scheinbar angemessenen Beiträgen Link-Spam steck – ich lösche umgehend jeden deiner nutzlosen Kommentare. Spar dir die Zeit und spamme woanders.
Soso, das Einzige, was die CDU-Kanzlerkandidatin zu bieten hat, sind hängende Brüste… puuh… da musste ich gestern wirklich lachen. Hoffen wir, dass der Westerwelle nicht auch auf solche Geschmacklosigkeiten kommt. Als Spaßmatrose darf der ja eigentlich nicht hintenanstehen. Mal ernsthaft: Soll ich jetzt die Kandidaten wegen ihrer Titten wählen, oder was? Pfff… ich glaube, diese Wahl der größten Dumpfbacken schenke ich mir… echt jetzt… wenn nicht mal die Politiker das ernst nehmen.
Im letzten Presseclub-Podcast gehört, dass eine Journalistin meinte, dass in Deutschland 300.000 Pflegekräfte fehlen, liege daran, dass das “Fordern und Fördern” hier nicht funktioniere, sprich: Faulen arbeitslosen Abzockern soll man endlich so derbe in den Allerwertesten treten, dass dieses lethargische Pack endlich mal begreift, dass es zu pflegen hat, wenn man es von ihm verlangt. Wie schon öfter erwähnt: Ich habe mehrere Verwandte, die im Pflegebereich arbeiten und keiner von denen bekommt das Geld, das er verdient, wenn man dem Wort “verdienen” seine ursprüngliche Bedeutung beimisst. Jeder Arbeitslose, der sich nicht für einen verdammten Hungerlohn bei absolut und sowohl für Pflegekräfte als auch zu Pflengenden elenden Arbeitsbedingungen ausbeuten lässt, hat mein volles Verständnis. Schafft ein gutes Angebot, dann wird auch die Nachfrage steigen, meine Damen und Herren vom “Zynischen Wirtschaftsexperten-Club”.
Und diesen Hinweis auf eine CDU-Plakate-Remix-Aktion muss ich einfach bringen.
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Aug
8
2009
Hokey
Letzens bei Lanz eine lächerliche Diskussion gesehen. Es ging um Lebensmittelimitate, und die Redaktion hatte einen Vertreter von Food-Watch und einen Vertreter der Lebensmittelindustrie eingeladen, damit die Diskussion auch schön kontrovers wird. Doch anstatt den interessierten Verbraucher (sprich: mich) über gefakte Lebensmittel zu informieren, beschränkte sich der Lebensmittel-Beobachter vorwiegend darauf, seinen Kontrahenten mit völlig verblödeten Argumenten persönlich bloßzustellen. Und schlau und gewitzt kam er sich dabei auch noch vor.
Dass die Schweine zum “Schwarzwälder Schinken” nicht aus dem Schwarzwald kämen, mokierte er, sondern aus Westfalen und Dänemark. Ja, hinter welchem Mond lebt denn der? Glaubt der etwa, dass alle Wiener Schnitzel aus Schweinen hergestellt würden, die beherzte Schweinehirten durch die Gassen Wiens treiben? Dass Mastbtriebe in Frankfurt Schweine durchs Bankenviertel jagen, um Frankfurter Würstchen herzustellen? Der arme Food-Watcher. Was muss er wohl denken, wenn ihm jemand Jägerschnitzel serviert? Man kann es auch übertreiben mit dem Populismus und dem Beifallheischen und dem Bloßstellenwollen. Das hat mir Food-Watch nicht gerade sympathisch gemacht, vor allem, weil da beim Lanz wirklich eklige Dinge auf dem Tisch lagen, über die dann kaum gesprochen wurde.
Kurz zur Politik: Zwischen all den Beliebtheitsskalen, die uns die Demoskopen zur Zeit ungefragt um die Ohren klatschen, geht eines unter: CDU und FDP kommen aktuell insgesamt auf knappe 50% der bei Umfragen erhobenen Stimmen. Das wird eventuell sehr knapp, weshalb CSU-Chef Seehofer Westerwelle als “Sensibelchen” beschimpft, um ihn zu einer Koalitionsaussage zu provozieren. Warum? Weil der Seehofer selber ein Sensibelchen ist und Muffensausen bekommt, ob der knappen Mehrheit, die ganz schnell in eine Ampel umschwingen könnte, wenn die FDP sich diese Option offenhält. Wir sehen also einen kleinen Hoffnungsschimmer am Ende des tiefschwarzen Korridores. Und den vor Augen könnte ich mich vielleicht durchringen, doch eventuell eine der etwas etablierteren Parteien zu wählen…
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Aug
4
2009
Hokey
Übers Wochenende in Berlin gewesen, beängstigend nah dran an den abgeordneten Amokläufern. Steinmeier könnte einem leidtun, er demontiert sich selbst in seiner hilflosen Schröder-Parodie, die er nunmehr hergibt. Was für ein erbärmliches Ende für die SPD, ganz so, wie es die Agenda-Partei mit ihrer Agenda-Führung verdient hat. Möge sie auf ewig im 20%-Fegefeuer leiden. Wie verzweifelt und ungeschickt muss ein Kanzlerkandidat sein, um
solch blöd-platte Ankündigungen zu formulieren? Mann! Da hat die Merkel schon mit ihren Aussagen zu Steuererhöhungen voll ins Klo gegriffen und anstatt das auszuschlachten, setzt Schröderimitator Steinmeier noch eins obendrauf! Ich kann’s nicht fassen… wie tief ist diese Partei gesunken…
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und sie kommt dahergeflogen in Form eines alten, hoffentlich sehr rachsüchtigen alten Waffenschiebers, der der CDU und der gelbsüchtigen FDP möglicherweise ein paar Kratzer verpassen kann. Wäre ja mal wenigstens etwas.
Gibt’s die Grünen eigentlich noch? Oder haben die sich nach Fischer heimlich aufgelöst und Claudia Roth bei Oliver Geißen eingemietet?
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