Jul 2 2009

Computerkäufer retten die Welt

Hokey

So ist das in Zeiten der Krise: Man muss nur rechtzeitig irgendeinen Doofen finden, der für alles zahlt. Aktuell eignen sich Computer- und Internetnutzer als Dooffrauen und -männer, um diverse in den Dreck gefahrene Karren finanziell aus dem Morast zu ziehen. Verlage trifft es aktuell besonders schlimm, weil für sie die Krise eine doppelte ist: Zum einen eine Wirtschaftskrise, in der Menschen als erstes ihre Abos kündigen, zum anderen eine Strukturkrise, weil man die ganze Zeit gedacht hat, die Menschen werden sich auch trotz des Internets weiterhin brav die Tageszeitung kaufen, denn nur dort – und nur dort – werden sie ja gut und täglich informiert. Pustekuchen. Die Vogel-Strauß-Taktik hat nicht im Sinne der Verlage funktioniert.

Für den Springer-Verlag ist die Lösung dieser Probleme sonnenklar:

Springers Chief Marketing Officer schlug eine Lösung vor, der eine “eingepreiste Internetabgabe” beim Kauf eines Computers zugrunde liegt. “Davon könnten auch journalistische Angebote profitieren”, wird der Springer-Manager, der auf einem Online-Marketing-Kongress sprach, vom Kongressveranstalter Horizont zitiert. (Heise)

Klar. Hatte nicht die Musikindustrie unlängst einen ähnlich absurden Vorschlag? Und die Automobilindustrie jammer heuer ja auch schon wieder, trotz Abwrackprämie. Wie wäre es also mit einer kleinen finanziellen Unterstützung für die arme, arme Autoindustrie? Pro Computer ein paar Euro Aufschlag für Mercedes und Porsche? Warum nicht gleich zur Unterstützung für an Geldarmut leidende Bankster? Davon könnten wir doch alle profitieren, wäre doch toll!

Nee, nee, nee. Wenn ich mit meinem Computerkauf Springer finanzieren muss, hole ich mir das Geld wieder, und wenn ich dafür ein paar Mal die Bildzeitung klauen muss.


Sep 11 2008

DRM-Spiele

Hokey

Ich will’s mal so sagen: Wenn ich darauf verzichten kann, mir DRM-verseuchte Musik zu kaufen, dann kann ich das bei DRM-verseuchten Spielen erst recht. Das Spielprinzip von Spore klingt sowieso stinkenlangweilig.


Aug 25 2008

Kaputtbook

Hokey

Heute mal wieder in der langen Pause zwischen zwei Seminarsitzungen beim Saturn reingeguckt, wo man die Apple-Produkte jetzt geschickt als Blickfang einsetzt. Ich habe mich auch gleich vor ein Macbook gestellt und dort ein lustiges Foto von mir machen lassen, mit gebleckten Zähnen und bösem Blick, das Ganze invertiert, auf dass der Nächste sich ordentlich erschrecken möge. Witztige Spielerei und ja, es sieht wirklich verdammt gut aus. Sehr reizvoll. Vielleicht würde ich irgendwann auch die letzte Kohle zusammenkratzen… wenn… ja, wenn…

…ich nicht andauernd von Bloggern lesen würde, die beklagen, dass ihr Macbook kaputt ist! Das ist keine gute Werbung, Jungs. Diesen Beitrag hier tippe ich auf einem uralt Toshiba-Notebook mit 256MB Ram und einem Celeron(!)-Prozessor, der dafür sorgt, dass man auch im Winter ordentlich Spiegelei über dem Lüfter braten kann. Schon dutzendmale ist mir das Mistding bei längeren schweren Rechenoperationen wegen Überhitzung ausgegangen, weil ich den Prozi nicht runtergeregelt hatte.

Schon tausendmal habe ich mich über den Akku geärgert, der mir dank seines methusalischen Alters nur noch 40 Minuten gewährt. Und es ist langsam. Langsaaam. Laaaangsaaaaaaam. Aber kaputt, ja, kaputt war es in all den Jahren nicht ein einziges Mal, trotz täglichen Einsatzes und zigfacher Transporte von hier nach da und dort. Natürlich in einem Rucksack, der ab und an mal Tritte von wenig umsichtigen Mitbusfahrern abbekommt und auch gerne mal etwas ruppiger seinen Weg auf den Boden findet.

Kiloschwere Bücherstapel hat es ausgehalten, in sengender Sonne seinen Dienst verrichtet, mit durch Kissen verstopften Lüftern gekämpft, “sanfte” Ersttippversuche meiner Tochter ertragen, wilde Linux-Aufspiel-Orgien über sich ergehen lassen und nicht einmal…

…nicht ein einziges Mal. Denkt drüber nach, ihr Apfelbeißer. ;-)


Aug 21 2008

ProsiebenSat1 auf Suizid

Hokey

SevenOne Intermedia ist Teil der ProsiebenSat.1-Gruppe und soll nicht nur mit Browserspielen den Markt besetzen, sondern auch die eigenen Spiele entwickeln [...] (Golem)

Was ist mit denen los? Selbstmordambitionen? Wenn die Spiele von den gleichen Kreativköpfen kopiert kreiert werden wie die TV-Sendungen, -Serien und Filme, dann gut’s Nächtle ProsiebenSat1! Langweiliges Fernsehen kommt einfach ins Haus, aber für echtes Geld kaufen würde sich Euren Nachahmerschrott doch keiner.