Dez
9
2009
Hokey
Ha! Nach Jung schlachten sie jetzt Guttenberg wegen dieser Geschichte in Kunduz – mal schauen, ob der sich halten wird. Wenn nicht, dann hätte Westerwelle einen missliebigen Show-Stehler weniger. Langsam wird auch das Personal knapp, denn, folgt man der bisherigen Minister-Neurekrutierungspraxis, die CSU müsste das Alter von Jung-Ministerin Köhler unterbieten. Andererseits: Ein 31-jähriger als Minister ist letztlich auch nicht schlimm, denn um Kompetenz geht es offensichtlich bei all der Ministerrochade nicht, wichtig sind nur Proporz und Medienpräsenz. Da wird sich schon irgendwo im Alpenvorland eine dralle Ministerinnenanwärterin casten lassen.
Die Regierungspartei FDP will ihre Strafe nicht zahlen, die sie sich durch die möllemann’sche Spendenaffäre redlich verdient hat. Das Leistungsprinzip gilt halt bei Liberalen nur nach Gutdünken. Ist Spendenschieberei in Deutschland eigentlich Grundvoraussetzung, wenn man die Geschicke eines Rechtsstaats leiten will?
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Aug
10
2009
Hokey
Ein running gag in der “Zurück in die Zukunft”-Reihe ist die Reaktion des Protagonisten Marty McFly auf den Vorwurf, ein Feigling zu sein. “Niemand nennt mich einen Feigling!” lautet dann seine Antwort, und er stürzt sich dann in Situationen, die meist ungut für ihn enden.
Guido Westerwelle macht uns aktuell den politischen McFly: Kaum hatte CSU-Chef Seehofer ihn wegen einer ausbleibenden Koalitionszusage als “Sensibelchen” bezeichnet, gibt der knallharte Guido die Antwort:
Im ZDF Sommerinterview gab FDP-Parteichef Guido Westerwelle eine eindeutige Koalitionsaussage zugunsten der Union ab und schloss eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen kategorisch aus. (Telepolis)
Leichtmatrose, sag’ ich nur.
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Jul
29
2009
Hokey
Was für ein unwürdiges Gelalle um die sogenannte “Dienstwagenaffäre” Ulla Schmidts. Ich bin ja nicht gerade ein Agenda-SPD-Freund und dankbar für jeden Sargnagel, den man den Agendas aufhämmern kann, aber dieses hämische Gelächter und das Gekeife nach Rücktritten, gepaart mit gespielt vorwurfsvollen Sarkasmen und parteipolitischer Genugtuung kann nicht mal ich mir anhören.
Im Gegenteil. Ich halte es für mehr als angemessen, dass eine Bundesminsterin permanent ihren Dienstwagen zu Verfügung stehen hat. Ja, auch wenn sie den Bürgermeister von Alicante, Madrid oder gar den von Oer-Erckenschwick besucht. Klar könnte sie mit ‘nem Klapprad günstiger hinkommen, meine Freunde vom Bund der Steuerzahler, aber einen gewissen Status sollte man als Bundesministerin doch wahren dürfen. Wie sieht denn das aus, wenn sich die Stadträte im Ausland vor Lachen kaum noch halten können, weil ausgerechnet das deutsche Bundeskabinett auf klapperigen Eseln angeritten kommt? Jaja, Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, aber Bundesminister sind immer im Dienst. Das erwarte ich zumindest. Und dann sollte ihnen auch ein angemessenes Gefährt zur Verfügung stehen. Auch in der Freizeit. Wofür schafft man die Dinger denn sonst an?
Und mal ehrlich: Die paar tausend Euro sind doch wirklich Peanuts für einen Bundeshaushalt. Wie diese ganzen kleinen Heuchler nun mit ihren Fingern immer der Bildzeitung hinterherzeigen und sich im nächsten Moment wieder Tipps über den Stammtisch schieben, wie man am besten bei der Steuererklärung pfuscht – ich könnte kotzen. Die Schmidt hat ihren Wagen nicht heimlich dahingefahren, sondern ganz öffentlich. Hättet vorher meckern sollen.
Und die FDP mal wieder. Eine kleine Klientel-Partei, die sich wahrlich in vielerlei moralischen Dingen nicht mit Ruhm bekleckert hat, kreischt am lautesten. “Rücktritt” fordert man mit geschwellter Affenbrust, wegen einer solchen Lappalie. Die sollten mal lieber geradestehen für den Murks, den sie verbrochen haben, aber dafür fehlt dann wieder der Mumm in den gelben Knochen. Das nenne ich nicht Wahlkampf, das nenne ich dümmliche Verbreitung von Politikverdrossenheit, denn auf eine solch schmierlappige Politikerkaste habe ich einfach keinen Bock. Echt nicht.
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Sep
27
2008
Hokey
Die FDP ist die Partei des Stunde! Während die Weltwirtschaft vor den neoliberalen Orgasmen in die Knie geht, steigt die Partei, die diesen unkontrollierten Wildwuchs mit Eifer vorantreiben will, zum Zünglein an der Waage auf. Sie wird erst in Bayern, dann im Bund regieren, traurig, aber wahr, sie werden die Böcke zu Gärtnern machen. Apropos Bund: Gibt es die Regierung eigentlich noch? Der einzige, von dem man etwas hört, ist Peer Steinbrück. Ach, und Schäuble kommt ab und an aus seinem Anti-Terror-Bunker gerollt und kräht irgendwas von zentralen Überwachungsstellen. Aber wo ist Merkel? Wo ist Glos? Wo das restliche Kabinett? Noch im Sommerurlaub? Dauerpause? Puh…
Doch wen interessiert das überhaupt noch heutzutage? Irgendwo sind ein Tierpfleger und ein alter Schauspieler abgenippelt, was ganz groß an prominenter Stelle platziert wird. Das Internet verführt die Qualitätsmedien zur Boulevardisierung, dass ebenda reihenweise Banken plattgemacht werden und die Telekom-Spitzelaffäre sich ausweitet, interessiert das Klickvieh nicht.
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