Hätte mir vor drei Monaten jemand erzählt, dass die Menschen an einer Tankstelle Schlange stehen, bei der der Benzinpreis bei 2,10€ steht, dann hätte ich ihm wohl einen Vogel gezeigt. Mittlerweile pendeln die Preise für den Liter Benzin E5 stabil irgendwo zwischen 2,10€ und und 2,26€ (an Autobahnen auch bei 2,62€) und alle fahren so wie immer. Nutzt man in einer kleinen Großstadt den ÖPNV, ist das Auto immer noch die günstigste Alternative inklusive Parken. Ich frage mich, was der größere Aufreger sein sollte.
Die USA bebomben immer noch den Iran, offensichtlich vollständig ohne Plan und Idee, und es reicht langsam mit all dem Krieg. Krieg in der Ukraine, im Iran, im Libanon; überall Aufrüstung, Drohungen und Sorge und (alte) neue Ängste. Dazu der größte Netzaufreger in meiner Bubble: Die neue Wehrpflicht fordert, dass Männer im Alter zwischen 17-45 sich bei längeren Auslandsaufenthalten (mehr als 3 Monate) sich eine Genehmigung der Bundeswehr einholen müssen. Auf Reddit ging das richtig steil, bevor es dann in den etablierten Medien aufgegriffen wurde. Im flüchtigen Radio gab es dann einen Kommentar dazu vom Verteidigungsministerium, aber deren Website ist eine reine PR-Schleuder und keine nützliche oder aktuelle Info ist darauf zu finden, sodass nur ein Thomas Wiegold darauf hinweist, „dass die Genehmigung als erteilt gilt, solange der Wehrdienst freiwillig ist.“
Weiterer Netzaufreger: Anthropics KI-Software „Claude“, das vorwiegend in der professionellen Softwareentwicklung eingesetzt wird, hat in der letzten Woche Token gefressen, als gäbe es kein Morgen mehr. User mit 200$ teuren Plänen berichteten davon, dass nur wenige Anfragen ihr komplettes Budget aufgefressen hätten. Parallel dazu begünstigte Anthropic User, die außerhalb der Stoßzeiten den Chatbot nutzten. Auch hier tobte die Userbase auf Reddit. Gestern bekamen einige User (darunter auch ich) eine Monatsgebühr geschenkt. Ob sich gleichzeitig etwas an dem Tokenverbrauch ändern wird, wird sich zeigen. Ich vermute: Anthropic hat massiv Nutzer hinzugewonnen und musste der eigenen Kosten Herr werden. Aktuell werden alle AI-Systeme vermutlich massiv von Investoren subventioniert, aber auf Dauer müssen die Kosten von den Usern getragen werden. Die gewöhnen sich aber gerade an den netten Rundum-Ki-Service und werden ungehalten, wenn die Kosten steigen. Für Softwareentwickler ist das eine unangenehme Zwickmühle: Sie können letztlich auf KI nicht mehr verzichten, dafür ist diese einfach viel zu hilfreich. Wer sie nicht nutzt, verzichtet auf einen massiven Wettbewerbsvorteil. Darum denke ich, dass die Preise über kurz oder lang massiv anziehen werden: Schon jetzt zahlen Claude-Max-Nutzer 200€ im Monat! Und da sind wir noch nicht bei Enterprise-Modellen…
Irgendwo strandete noch ein Wal und Wolfgang Kubicki will FDP-Chef werden. Oder war es umgekehrt?
Neueste Kommentare