Abmahnung, die Zwote

Nun, ich wollte ja vor zwei Tagen auch überschäumen und vom Abmahnwahn schreiben, mich über die taz-Autorin ärgern, die einen Blogger wegen eines Zitates abmahnt, Zeter und Mordio kreischen usw. etc. pipapo weißtschon.

Und dann habe ich mir überlegt, wie ich reagieren würde, wenn jemand ein paar wirklich umfangreiche und im Schweiße meines Angesichts und meiner Reisekosten recherchierte Informationen mit ein paar läppischen Zeilen versehen zitieren würde. Ich würde mich auch ärgern. Und das, obwohl ich mein Geld anderweitig verdiene.

Überzogen finde ich die Abmahnung nach wie vor, vor allem, wenn man so schön bissig schreiben kann wie die Autorin – da könnte man auch ganz anders Druck ausüben. Aber ganz unverständlich und nicht nachvollziehbar ist sie auch nicht.

(Und ist es nicht wirklich erstaunlich, wie jedes Jahr aufs Neue in der Vorweihnachtszeit jeder abgemahnt wird, der nicht bei drei auf den Bäumen sitzt? Dieses Jahr Jack Wolfskin und nun dies. Man könnte meinen, es hängt mit dem Abgreifen von Weihnachtsgeld zusammen…)

6 Gedanken zu “Abmahnung, die Zwote

  1. wie ist das denn bei den nachdenkseiten? die zitieren doch jeden wochentag diverse quellen?

    ich war bisher der meinung, dass zitieren in deutschland nicht der genehmigung bedarf. ich stelle mir gerade vor, ich schreibe einen essay und muß alle zitierten vorher schriftlich per post um erlaubnis bitten. da dauert das procerde, bis der essay in der öffentlichkeit erscheinen darf, doppelt so lang.

    in england ist es übrigens brauch, selbst bei wissenschaftlichen arbeiten, die autoren anzuschreiben, ob man aus ihren werken zitieren darf. die kommen dann – bei großer popularität – gar nicht mehr zum romane-schreiben.

  2. Gegen wenige Zeilen ist ja nichts einzuwenden, finde ich. Im abgemahnten Artikel finde ich es grenzwertig, da das Zitat schon sehr umfangreich ist. Als jemand, der von seinem Geschriebenen lebt, reagiert man da wohl etwas säuerlicher, wenn man seine Arbeit mal – huschdiwusch – kopiert in irgendeinem Blog findet, wo jemand sich nichtmal die Mühe macht, das schön zu verpacken.

  3. nun gut, wenn man von honoraren leben muss, wird man empfindlich. ich werde in der regel gefragt, ob man ein foto von mir kostenlos verwenden dürfe, da man ja kein geld habe. so u.a. der SWR für sein hörspielprogramm.

  4. Kannste mal sehen, mich fragt niemand nach ’nem Foto. 😉
    Und dass der arme SWR kein Geld hat, war doch klar. Wehe man fragt bei den Öffentlich-Rechtlichen nach einem Mitschnitt, dann muss man direkt 50€ berappen… oder man sucht woanders.

  5. Mittlerweile gibt es ja Podcasts, die man sich herunterladen kann. Und mein „Haussender“ WDR5 bietet da auch ein recht ordentliches Programm. Dafür zahle ich dann auch tatsächlich gerne GEZ!

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