Die Gunst der frühen Geburt…

Monkey Island

Monkey Island I war eine der größten Enttäuschungen meines Lebens. Ich muss gerade daran denken, weil Herm auf seiner Farm in nostalgischen Erinnerungen schwelgt.

Als ich Monkey Island I das erste Mal auf meinem 5×86 Aldi-PC aufspielte, habe ich nach fünf Minuten empört ausgemacht, die Arme verschränkt und ganz feste geschmollt. Denn das war nicht, was ich mir von der dollen Wundertüte "Personal Computer" versprochen hatte: Anstelle des bekannten atmosphärischen Soundtracks piepsten aus den Boxen jämmerliche MIDI-Tönchen.

Dabei galt der Amiga zu dieser Zeit schon lange als out, als überholt, als leistungsschwach. Und dann das: Monkey Island mit einem Piepsesound, der mir die Nackenhaare hochstehen ließ! Jedes Öffnen und Schließen einer Tür war eine persönliche Beleidigung meiner Ohren! Es war meine erste harte Lektion in Marktwirtschaft, die mir vor Augen führte, dass nicht die Qualität darüber entscheidet, was sich am Markt durchsetzt. Eine prägende Erfahrung bis heute.

Es dauerte lange, sehr lange, genauer gesagt: Bis zur Einführung des Internets und der Etablierung von Tauschbörsen, damit ich endlich wieder meine Version, die echte Version! von Monkey Island spielen konnte. Und dank des Internets (und Herm) konnte ich auch in den Genuss einer Live-Version des Monkey-Island-Soundtracks kommen. Reinhören lohnt sich!

Worauf ich eigentlich, siehe Titel, hinaus wollte und was ich hier dämlicherweise noch nachtragen muss: Traurig für Adventurer, die nur die PC-Phase mitbekommen haben, denn denen ist wirklich ein stimmungsvoller Soundtrack entgangen.

(Gerüchte aus dem Kreise Voodoo-Kundiger besagen übrigens, dass man mit einem Gummihühnchen, der ScummVM und einer MI-Version mit dem echten Soundtrack immer noch das wirkliche Monkey-Island-Feeling erleben kann… man beschwöre den Geist des Esels…)

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2 Gedanken zu “Die Gunst der frühen Geburt…

  1. Sag bloss nichts gegen Monkey Island!
    Ich weiß, wo du wohnst 🙂

    Habe es früher auf meinem Amiga schon geliebt (bis einschließlich Teil 2) und es auch auf dem PC noch mal zusammen mit der Freundin durchgespielt…

    Allerdings – ja – ich erinnere mich, am PC haben wir auch gemogelt und „den Soundtrack“ per WinAmp im Hintergrund laufen lassen 😉

  2. Ich würde doch nieee etwas gegen Monkey Island sagen! Nur gegen PC-Midi-Gepiepse.

    Mit der ScummVM-Eselversion funktioniert es sogar richtig, also nicht nur im Hintergrund, sonder wie auf dem guten alten Amiga. 😉

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