Scholl. iRig-Stress. Trocken vs. gemodelt.

Scholl

Anpassung ist Schwäche. So ein sichtlich erregter Mehmet Scholl gestern Abend im Nachklang zum dramatischen Spiel zwischen Italien und Deutschland. Es klingt ein bisschen nach AfD, diese Sorge, dass „wir“ uns anpassen müssen, denn wer etwas zu melden hat, der passt sich nicht an, dem hat man sich anzupassen. Wie auch immer Scholl zu seiner Erkenntnis kommt: Seit gestern wissen wir also, wer auf keinen Fall die deutsche Nationalmannschaft trainieren sollte.

Kämpfe immer noch mit dem iRig und dem MacBook. Hatte gestern Feedback bis zum Abwinken und mit Kopfhörern ist das wahrlich kein Spaß. Heute dann auch Feedback auf den PC-Lautsprechern, aber dann plötzlich kein Feedback mehr. Trotzdem unschön. Ich hoffe, ich finde die Ursache schnell, sonst geht das Ding wieder dahin zurück, wo ich es bestellt habe.

Vergleich

Dabei ist es schon praktisch, dieses kleine Plastikdingens. Man kann damit wahlweise in die Gitarrenbox spielen (was grauselig klingt) oder in diverse Geräte, die man per Klinke ansteuern kann (Kopfhörer, Aktivboxen, Hifi-Verstärker etc.). Nutzt man eine Amp-Simulation, dann empfiehlt es sich, über Boxen zu spielen, die ein größeres Soundspektrum bedienen als normale Gitarrenverstärker, was offensichtlich am Charakter der Simulationen liegt. Und beim direkten Vergleich der Gitarrenbox mit der Hifi-Anlage gewinnt tatsächlich der Sound aus der Hifi-Anlage. (Umgekehrt: Spielt man aus einer richtigen Gitarrenbox über den Line-out in eine Hifi-Anlage, dann klingt das gruselig). Lange Rede, kurzer Sinn: Will man Amp-Modeler richtig abhören, kauft man sich keine Gitarrenbox, sondern Full-Range-Lautsprecher. Denn immer über Kopfhörer zu spielen, das macht ja auch keinen Spaß.

Wie in den letzten Beiträgen schon beschrieben, ist das Tolle beim iRig (und Geräten der Konkurrenz), dass man beim Aufnehmen auf Verstärker-Simulationen setzen kann. Der Clou ist, dass ich als Spieler ein simuliertes Signal zu hören bekomme, während der Computer nur ein „trockenes“ Signal aufnimmt. Dieses klingt dann recht unspektakulär, wie man im Soundbeispiel hören kann (die Drums kommen aus Garageband):

Tja, so eine trockene Aufnahme verzeiht nichts, da hört man jede Ungenauigkeit. 😄

Aber es klänge auch ohne Spielfehler etwas einschläfernd. In einer DAW (Digital Audio Workstation), einem Computerprogramm zur Aufnahme und Mischung von Audioaufnahmen, kann man nun verschiedene PlugIns nutzen, um den nackten Gitarrensound ein wenig aufzupolieren. Dabei steht dem heutigen Nutzer quasi kostenlos das komplette Arsenal an Effekten und Plugins zur Verfügung, für das man früher kilometerweise Platz im 19″-Rack hätte schaffen müssen und für das man viel, viel Geld hätte auf den Tisch legen müssen. Die Vielfalt an Möglichkeiten macht das Bearbeiten der Tracks aber nicht unbedingt leichter, und wie man gleich hören kann, ist schon das Abmischen wenig komplexer Tracks nicht ganz ohne.

Ich habe also den beiden nackten Tracks (Rhythmus, Sologitarre) zunächst einmal nur jeweils eine Verstärkersimulation zugeordnet und dabei versucht, mich am Original („It’s only love“ – Bryan Adams) zu orientieren. Klang auf meinen PC-Boxen auch schon akzeptabel, aber hier unten auf meiner „großen“ Anlage klingt es schon wieder weit weg vom Original:

Da ich nur „nackt“ aufgenommen habe, kann ich nun quasi unendlich lange mit meinen Verstärkersimulationen herumprobieren, bis mir der Sound wirklich gefällt. Während der zweite Track im Beitrag auf wenig Verzerrung setzt und auch ein wenig Modulationseffekt (Chorus) im Rhythmus hat, habe ich im folgenden Track einmal eher rockige Verstärker eingesetzt und die Modulation herausgenommen, was den Charakter schon deutlich verändert:

Spielfehler hört man jetzt nicht mehr ganz so deutlich, dafür ist die Abstimmung der Lautstärke weniger gut.

(Empfehle übrigens das „Reckless“-Album von Bryan Adams! Gitarrist Keith Scott gehört in die Kategorie „unterschätzt“ und haut gerade in „It’s only love“ ein paar richtig nette Rock-Licks raus!)

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