Mitten unter uns

So wie es aussieht, wusste unser „Sicherheitsminister“ Otto Schily von den Flügen der CIA, wusste dass deutsche Staatsbürger von amerikanischen Folterknechten entführt und in rechtsfreie Zonen verschleppt werden. Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung von heute stehen zwei Sachverhalte fest:

  • im Mai 2004 wurde Schily informiert, dass ein deutscher Staatsbürger verschleppt wurde
  • Schily wurde von den USA um Stillschweigen gebeten, eine Bitte, die er offensichtlich erfüllt hat.

Wenn eine Deutsche im Irak verschleppt wird, macht man ein großes Brimborium und wenn unsere amerikanischen Freunde Menschen in unserem eigenen souveränen Staat entführen, hält man brav die Klappe? Oder macht es plötzlich doch einen Unterschied, wenn ein Deutscher keine weiße Hautfarbe, keinen typisch deutschen Namen und keine deutschen Vorfahren hat, sondern „nur“ die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt?

Man macht großkotzig Wahlkampf gegen den Irakkrieg und wenn vermeintlich keine Gefahr besteht, dass das dumme Stimmvieh etwas mitbekommt, gewährt man Folterknechten freie Bahn? Prantl schreibt, die deutschen Behörden hätten womöglich sogar davon profitiert, indem sie bei einem mißhandelten(scheiß Euphemismus!) gefolterten Terrorverdächtigen freie Bahn gehabt hätten. Jetzt weiß ich, warum Schröder in China immer fein die Fresse gehalten hat: er hat selber Dreck am Stecken, wenn auch „indirekt“.

Was kreischen wir ob des Falles Daschner? Was empören wir uns über Charles Graner und Lynndie England? Machen wir die Augen auf: Sie sind mitten unter uns. Auf unseren Flughäfen, sie holen sich deutsche Staatsbürger – 1,2,3 Uncle Sam kommt vorbei… und Onkel Schily hilft ihm.

Das Opfer, Khaled el-Masri, erwies sich – trotz Folter – als unschuldig.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.