Gertenschläge

Olympia 2020 ist vorbei – die Debatte um den Fünfkampf und den Umgang mit dem Pferd Saint Boy geht weiter. Ich hab’s zufälligerweise live gesehen, weil ich mir unter dem Begriff Fünfkampf etwas mehr Leichtathletik versprochen hatte und blieb dann im Livestream beim Pferdesport kleben. Da Tochter 2 derartiges nicht kennt, haben wir uns den Wettbewerb gemeinsam angeguckt und so auch die Episode von Annika Schleu und Saint Boy gesehen.

Es ist schon alles dazu gesagt und kommentiert, ich kann also nur wiederholen: Schafft diese unselige Springreiten-Disziplin ab. Sie verzerrt den sportlichen Wettbewerb und auch den Tieren, Saint Boy war ja nicht das einzige Pferd, das scheute, scheint der olympische Wettkampf kein Bedürfnis zu sein. Eine Japanerin wurde sogar zweimal abgeworfen.

Nachdem aber nun Reiterin und Trainerin ganz offensichtlich die erste Welle der öffentlichen Häme im kombinierten Wettkampf des Bashings durch Social Media und die herkömmlichen Medien ertragen mussten und auch jeweils öffentlich reagiert haben, darf es doch auch irgendwann genug sein und es muss nicht heute noch einmal jeder Vollidiot auf Twitter auf Annika Schleu eindreschen. Irgendwann reicht’s auch mal, und jeder der, sich selbst auf das hohe Ross der Moral schwingt, sollte die Wirkung seiner eigenen verbalen Gertenschläge bedenken. Mit vollem Maul über die Bildzeitung meckern, aber selbst das rechte Maß nicht zu kennen, spricht einmal mehr nicht für soziale Medien.

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