SPD: Die Hälfte der Anhängerschaft verlieren

Wie wir alle vermuten, pfeift das AKW Krümmel auf dem allerletzten Loch und Siggi Pop versucht nun, sich in der Vorwahlkampfzeit ein wenig zu profilieren, indem er markige Sprüchlein klopft, aber wohlweislich keine Taten folgen lassen wird. Doch schon alleine das Sprücheklopfen ruft den SPD-Cheflobbyisten Wolfgang Clement auf den Plan, der natürlich lautstark für seine Brötchengeber spricht. Unterstützung erhält er – man höre und staune – vom Chef des natürlich absolut unabhängigen Demoskopieinstitutes Forsa, Manfred Güllner:

„Mit der Fokussierung auf dieses Thema würde man die Hälfte der Anhängerschaft der SPD verprellen“, glaubt Forsa-Chef Manfred Güllner (Welt).

Und weiter konnte ich nicht mehr. Es hat mehrere Wiederbelebungsversuche gebraucht, um mich vor einem vorzeitigen Tod durch Lachanfall zu retten. „Die Hälfte der Anhängerschaft verlieren“? Das können ja nicht mehr allzu viele Anhänger sein. Aber recht hat er, daran gibt es keinen Zweifel, denn die SPD-Wählerschaft hat man ja dank ClementSchröderSteinbrückSteinmeier schon lange auf die eher rechts orientierte Hälfte eingekocht, sodass sich nur noch wenige gutgläubige Atomgegner in deren Reihen finden dürften.  Was Güllner jedoch vergisst zu sagen ist, dass die SPD durch eine entschlossene Politik und klare Positionen vielleicht auch mal wieder ein paar Wähler hinzugewinnen könnte. Zum Beispiel die, die ihr Kreuz mittlerweile bei den Grünen machen, und die eher frustriert sind von Poltikern, die sich an den Fleischtöpfen der Energiekonzerne laben.

(via Feynsinn)

2 Gedanken zu “SPD: Die Hälfte der Anhängerschaft verlieren

  1. Aber in dieser stetigen Halbierung liegt doch das Ewige begründet. Man kann Summen fortwährend halbieren, immer weiter, aus 500.000 Wähler werden 250.000, daraus 125.000, 62.500, 31.250, 15.625, 7813…. und selbst den letzten Wähler kann man noch unterteilen, kann ihn splittern. Aus einem Wähler wird ein halber, ein Viertel-, Achtel-, Sechzehntelwähler. Es endet nie, das ist die Definition von Unendlichkeit, wie wir sie seit den alten Griechen kennen; es ist Zenons Dialektik, sein berühmter Wettlauf mit der Schildkröte, den diese auch gewinnt, weil alle Zeitfenster fortwährend zerlegt werden, weil der Moment des Überholens (die Schildkröte bekam einen Vorsprung zuerkannt) überhaupt nicht mehr gedacht werden kann. Er wird nicht mehr gedacht, weil alles was vor dem Überholen stattfindet in immer kleinere Stückchen zerhauen wird, bis in alle Unendlichkeit.

    Ja, die SPD hat eine unendliche, daher ewgie Wäherschaft. Einfach daher, weil man alles immer mehr und mehr zerlegt, den Moment der Nichtwahl durch immer kleinere Segmente in weite Ferne schiebt – sie einfach durch die gedachte Unendlichkeit ersetzt.

  2. Eine schöne Beobachtung. Hach – unendliche Weiten… der Mond als Außenposten der Unendlichkeit, unendliches Wirtschaftswachstum, unendliche Wähler… in unserer Zeit wimmelt es nur so vor unendlich unendlichen Nachrichten.

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