Geschickt oder feige?

Wie muss man das Ergebnis der Gespräche zwischen Union und SPD nun bewerten? Keine Ahnung. Aber ein paar Sachen fallen schon auf.

Erstens: Merkel wird Kanzlerin. Gegen jede Wählerentscheidung. Gegen jede Mehrheit im Volk. Sie ist die Kanzlerin der Schieber und Drücker am Verhandlungstisch, nicht die Kanzlerin der Herzen.

Zweitens: Die CDU zieht sich feige aus der Affäre. Kaum ein Ministerium, welches den Beinamen „Schleudersitz“ verdient, schlimmstenfalls prestigeträchtige Ministerien, oder von der Öffentlichkeit unbeachtete Ministerien wie Familie und Bildung, obwohl ich das ungute Gefühl habe, dass Frau Schavan schon dafür Sorge tragen wird, dass ihr Bildungsministerium zu einem halben Innenministerium umgebaut wird. Frei nach dem Motto: Moslems haben an einer deutschen Schule nix verloren. Religionsfreiheit gilt nur für katholische Christen Getaufte.

Wie man andernorts schon treffend bemerkte, kann die Union mit keinem Ministerium aufwarten, mit welchem sie den vormals vermeintlich falschen Kurs der SPD ändern könnte. Hatte man das nicht seinen Wählern versprochen…

Drittens: Die SPD zeigt Verantwortung und übernimmt die Ministerien, die gemeinhin für Unmut im Volk sorgen. Wir verneigen uns jetzt schon dankbar vor den zukünftigen Finanz- (Steinbrück?), Gesundheits- und Arbeitsministern. Und hoffen, dass der Umweltminister seinen Job ebenso gut und konsequent erledigt wie Jürgen Trittin.

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4 Gedanken zu “Geschickt oder feige?

  1. Noch ist Frau Merkel nicht gewählt. Es könnte bei den Wahlen im Bundestag noch immer heißen: »Simonis zum ersten, Simonis zum zweiten, Simonis zum …«

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