Der Sound des Computers: Die Fankultur

Remakes aus den 80er- und 90er-Jahren sind gerade in: 2012 erst brachte man „Total Recall“ in Neuauflage in die Kinos, die „Teenage Mutant Ninja Turtles“ stürmen gerade die Charts, „Karate Kid“ erlebte mit Jaden Smith sein Revival – und sogar Sylvester Stallone stellte sich 2006 noch einmal für „Rocky Balboa“ in den Ring. Dabei nahm sich das Kino nicht nur der Filmklassiker der letzten 20-25 Jahre, sondern auch der Klassiker der Gameskultur an: Der Animationsfilm „Wreck-It-Ralph“ setzte besonders den Arcade-Figuren viele kleine Denkmäler.

Dass neben den Figuren auch die Musik der Games nicht bloß als akustisches Nebenwerk wahrgenommen wurde, zeigen die vielen Videos, in denen die Fans unter teilweise beeindruckendem Einsatz ihren Lieblingstiteln ein kleines Denkmal setzen.

Auch nach 20 Jahren noch gefragt – Hülsbeck-Soundtracks

Christ Hülsbecks Turrican-II-Intro findet man nicht nur in zig Coverversionen auf Youtube, auch ein erst 2012 veröffentlichter und über Kickstarter finanzierter Turrican-II-Soundtrack (Spotify) zeigt, dass es auch über 20 Jahre nach der Veröffentlichung des Spieles eine ausreichend große Fanbasis gibt, die noch einmal gerne in die Musik hineinhört. Wer wissen will, wie Turrican-II hätte klingen können, wenn es nicht von einer 16-Bit Maschine mit 512kb RAM ausgebremst worden wäre, dem sei der Soundtrack sehr empfohlen.

Wer es dagegen experimentell mag, der sucht sich auf Youtube das Passende. Von einer ruhigen Interpretation auf dem Klavier, über klassische Gitarre bis hin zur Heavy-Metal-Version wagen die Fans eine breite Palette an wirklich hörenswerten Interpretationen (die Blockflöte erspare ich euch).

Dass Hülsbeck jedoch nicht nur den harten Fans ein Begriff ist, habe ich im Amiga-Beitrag schon angedeutet: Eine in meinen Augen enttäuschend lahme Version des Turrican-Themes bot das Rundfunkorchester des Westdeutschen Rundfunks im Jahr 2008 dar. Etwas besser gelingt die Titelmusik zu „The Great Giana Sisters“, die auch von Hülsbeck stammt, aber irgendwie ist mir das Orchester eine Spur zu überladen.

8-Bit-Alben

Wenn der Nostalgiker sich dann noch ein wenig auf Spotify umschaut, findet er schnell eine handvoll Alben, die sich den alten Games verschrieben haben und die die alten Tracks entweder noch einmal im Originalsound anbieten oder den kratzigen 8-Bit-Sound ein wenig aufpoliert haben.

So bekommt man auf dem Album „Sound of Games. The Last Ninja“ den gleichnamigen Soundtrack sowohl im Original als auch nachproduziert präsentiert. Da Letzteres reichlich bescheiden klingt, sollte man lieber einen tollen Remix hören oder auf die Version Jamie Maxwells mit klassischer Gitarre umschwenken. Zum Nachfolger „The Last Ninja 2“ gibt es eine nette Heavy-Variante, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Das Ganze lässt sich nun für nahezu alle Klassiker wiederholen. Ob für (Spotify-Links) „International Karate“ , „Miami Vice“ oder einen Gameboy-Kracher wie „Tetris“. Am besten einfach selber ein wenig stöbern!

Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!

Fehlt was? Na, klar! Kein Beitrag über Fanprojekte und Computermusik ohne Monkey Island. Und wenn man sich umschaut, gewinnt man fast den Eindruck, dass es nichts gibt, was es nicht gibt: Da wäre die Band „Press Play On Tape“ mit ihrer berühmten Live-Version des MI-Themes, da wäre eine junge Frau mit ihrer Akustikgitarre, da wäre die olbigatorische Metal-Version von 331Erock (checkt mal dessen Channel),  eine außergewöhnliche Umsetzung auf der Harfe und last but not least eine auf acht Floppies gespielte Version. Und es gibt eine Singer-Songwriter-Version und die Ziehharmonika-Version und und und… ach, sucht doch selbst!

Man findet immer etwas Neues. Ein X markiert die Stelle.

 

2 Gedanken zu “Der Sound des Computers: Die Fankultur

    • Danke für den Tipp. Das Spiel ist ja völlig an mir vorbeigegangen, und der Soundtrack ist wirklich schön atmosphärisch (‚Legend‘ gefällt mir)!

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