Guns n‘ Roses zum Zweiten.

Nach fast genau einem Jahr gestern noch einmal die Gunners „auf Schalke“ in Gelsenkirchen besucht. War ein toller Abend, zu Beginn mit etwas Schwierigkeiten im Sound, was vielleicht daran lag, dass zunächst noch nicht alle Ränge gefüllt waren und es so zu mehr Reflexionen kam. Mit dem vierten Song („Welcome To The Jungle“) wurde der Sound aber deutlich besser und die Halle wurde ordentlich gerockt. Wir hatten nette Stehplätze in der zweiten Preiskategorie und darum gute Sicht und auch ausreichend Platz. (Und eine „Knappenkarte“ haben wir jetzt auch und dem FC Schalke damit 2,20€ geschenkt, weil wir die Karte natürlich nicht punktgenau leeren konnten. Grrr…)

Die Besetzung war dieselbe wie im letzten Jahr: Axl Rose, Slash, Duff McKagan, Richard Fortus, Dizzy Reed, Frank Ferrer und Melissa Reese, von der ich leider kein Foto gemacht habe. Hatte ja unlängst schon meine Begeisterung über Richard Fortus kundgetan und muss sagen, dass der Mann einfach klasse spielt! Das, was Slash manchmal eher herunternuschelt und bluesig-dreckig überspielt, das nagelt Fortus einfach glasklar aufs Griffbrett. Der Typ kann Technik – und gefühlvoll kann er auch. Großartig, und bescheiden obendrein, denn natürlich spielt er neben Slash nur die zweite Geige Gitarre. Schade auch, dass Melissa Reese so im Hintergrund steht, immerhin rockt die da drei Stunden am Stück und singt fleißig Backing-Vocals.

Wie auch immer: Es wurde drei Stunden durchgerockt, alle Kracher waren dabei und die Stimmung war super! Was soll man sagen? Slash soliert wie nur ein Slash solieren kann, Rose singt wie mit Zwanzig und wenn einer relaxed und lässig wirkt, dann Duff McKagan. Da kann man nichts falsch machen, sondern nur hoffen, dass es noch ein nächstes Mal gibt.

Der Verkehr in Gelsenkirchen war gut organisiert, wir hatten blitzschnell und unkompliziert einen Parkplatz und die Hin- wie Rückfahrt waren null problemo (nimm das, Köln!). Guns n‘ Roses legten fast überpünktlich um 19.30 Uhr los, wofür ich ganz dankbar war, weil wir als einerseits minderjähriges und andererseits arbeitspflichtiges Duo unterwegs waren und so noch zu einer menschenwürdigen Zeit das Bett in Bielefeld erreichen konnten.

Die liebe Presse

Beim Durchstöbern der Rezensionen in der Lokalpresse stößt man auf überwiegend positive  Kommentare zum Konzert, obwohl man sich durchaus fragt, welches Kraut der ein oder andere Reporter vor dem Stadion geraucht haben mag. So bemängelt der insgesamt sehr positive Artikel von RP-Online an Slash: „Totales Muckertum, drei Minuten spielt er nur mit links auf dem Griffbrett, er improvisiert auf das Thema von „Der Pate“ und auf „Wish You Were Here“ von Pink Floyd“. Mal abgesehen davon, dass rechtshändige Gitarristen immer mit der linken Hand auf dem Griffbrett herumturnen, hätte ich nicht bemerkt, dass Slash da eine dreiminütige Tapping- oder Hammer-Pull-Off-Orgie gefeiert hätte. Das wäre mir garantiert nicht entgangen, dafür lege ich meine linke Greifhand ins Feuer. Und zufällig habe ich die Passage auf Video gebannt, das ist nix „nur mit links“. Wäre auch was völlig Neue, so ein Slash auf Van-Halen-Pfaden …

Die von der WAZ spielen beleidigte Leberwürste und fanden alles ganz schröcklich, weil sie keine Fotos veröffentlichen dürfen. Man beachte dagegen die Kommentare unter dem Artikel. Bei der WAZ beklagt man den Sound (der zu Beginn wirklich keine Preise verdient hat), mokiert sich darüber, dass Axl Rose zwischendurch das T-Shirt wechselt (sagt mal, Leute, habt ihr schon mal die Shows aus den 90ern gesehen?) und versucht, überall ein Haar in der Suppe zu finden. Da ist Slash nicht technisch genug (dann mal besser auf Richard Fortus gehört!) und man versieht „Knocking on Heaven’s Door“, „Sweet Child of mine“ und „Paradise City“ mit dem Prädikat „unvermeidlich“. Mann! Hört mal auf zu schmollen! Die von der RP schaffen das doch auch:

Axl Rose scheint im Laufe dieser drei Stunden immer jünger zu werden. Er lächelt, er wirkt charmant, er rennt und rennt, und er zieht sich x Mal um: Sonnenbrille, Stirnband, Hut, Fransenjacke und zerrissene Jeans. Eine Diva in vollem Ornat.

Der General-Anzeiger hat auch etwas geschrieben. Wohlwollend, wenig kontrovers. Die Setlist und einige Videos hat der Rolling Stone.

Hey, Dusseldorf/Gelsenkirchen, you guys were fucking killer tonight! Thanks for a super kick ass evening! Cheers! iiii]; )‘

Nachtag zum Konzert in Mannheim in der FAZ.

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