Haupt- und Realschüler an die Unis

Eine starke Forderung erhebt Andreas Schleicher, Entwickler der PISA-Studie, in der gestrigen Onlineausgabe der taz:

Es gibt zu wenig Studenten, darum sollen Haupt- und Realschüler an die Unis, sagt "Mister Pisa" Andreas Schleicher.

(…)

Für Deutschland reiche es nicht, an Details eines Bildungssystems herumzuschrauben, das aus dem 19. Jahrhundert stammt. "Man muss sich fragen, ob man auf die grundlegend neuen Herausforderungen der Wissensgesellschaft reagieren möchte – oder nicht." (taz)

Drauf gestoßen bin ich bei Lisa Rosa, bei der man (wie immer) auch einen schönen Kommentar dazu findet: Über die Angst vorm Zahnarzt, über Wettsparen im Bildungsbetrieb und dessen stolze Sieger, die dafür bei PISA erbärmlich abschnitten, Systemtheorie und pathologisches Lernen.

Drastischer kann Schleicher übrigens kaum noch formulieren; er hat die härtesten Geschütze im Rahmen seiner Möglichkeiten praktisch und rhetorisch aufgefahren. Die Daten seiner Studien liegen vor, die Ergebnisse sind ausgewertet, die Schlüsse gezogen und medial verbreitet.

Deutliche Schritte sollten nun vollzogen werden bzw. worden sein, aber wer befindet, dank Föderalismus, in Nordrhein-Westfalen über die Bildung? Ein Uschi Glas-Verschnitt, der sich die 50er Jahre zurückwünscht

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2 Gedanken zu “Haupt- und Realschüler an die Unis

  1. Dabei wissen doch eigentlich alle, was schief läuft:

    1. 7:45 ist zu früh
    2. 6 Schulstunden pro Tag sind zu wenig
    3. 13 Jahre Gymnasium sind zu viele
    4. Mit 6 Einschulen ist zu spät
    5. Mathe, Deutsch, Englisch ist zu unflexibel
    6. 7 Jahre Förderstufe sind zu kurz.

  2. Naja, ich würde behaupten, da läuft noch einiges anderes schief, wie bspw. die Lehrerausbildung oder das dreigliedrige Schulsystem höchstselbst.

    Zu…
    1.) Meine volle Zustimmung. Das Gymnasium meiner Schwester brüstet sich damit, eines von dreien bundesweit zu sein, das um 7:15 den Unterricht beginnt. Ob das kindgerecht ist, interessiert scheinbar keine Sau…

    2.) Man müsste mal Statistiken wälzen. Vermutlich wären wir glücklich, die sechs Stunden voll zu bekommen. Dann käme es noch darauf an, wie man den Nachmittag konrket gestaltet.

    3.) Das hängt meines Erachtens davon ab, wie das Zusammenspiel mit den nachgeordneten Institutionen aussieht. Generell stimme ich Dir aber zu, dass ein früher Start ins „freie“ Leben, mit freieren Möglichkeiten der Weiterbildung besser ist. Allerdings sollte man vielleicht erst die Wehrpflicht abschaffen.

    4.) Entspricht zumindest dem wissentschaftliche Erkenntnissstand und würde ich auch befürworten.

    5.) Inwiefern unflexibel? Didaktisch? Oder inhaltlich? Zu sehr auf den eigenen Kosmos bergenzt? Den Punkt verstehe ich nicht ganz.

    6.) Wieder etwas, das ich nicht verstehe. Was ist eine „Förderstufe“? Habe ich nicht kennengelernt. Bestenfalls eine Orientierungsstufe, die aber nur zwei Jahre beträgt und den Übergang zwischen Grundschule und weiterführender Schule erleichtern sollte.

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