Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

"Sie wissen, schärfere Strafen schrecken unglaublich ab. Die Amerikaner haben ja nur deshalb so friedliche Großstädte, weil die Todesstrafe alle abschreckt." (Volker Pispers,via)

Dass diese durchschaubare Dummheit einiger Politiker und Manager dennoch so erfolgreich ist, das ärgert mich maßlos. Ist ja nicht nur der Koch, der da sein dünnes Süppchen rührt. Schlimm genug, dass sich jetzt auch noch der intellektuelle FAZ-Chef in den abgenagten Wahlkampfknochen Roland Kochs verbeißt. (Einen Link bekommt der Schirrmacher für seine Saubeutelei nicht.)

Nein, auch der geschätze Chef meines Lieblingsunternehmens, der Herr Mehdorn, ging heute auf großen Bauernfang. Jetzt, da die Tarifverhandlungen mit der GDL so überaus trüblich verlaufen seien, müsse man erst einmal kräftig die Preise erhöhen und Leute auf die Straße setzen. Von allen abgeschmackten Manövern im Tarifstreit mit der GDL ist dieses das widerwärtigste. Meine Missachtung für den missgünstigen Mehdorn wächst von Tag zu Tag.

Und Riester-"Rente" und Genetikettierung spare ich mir jetzt, sonst kocht mir gleich mein Apfelschorle weg…

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4 Gedanken zu “Nepper, Schlepper, Bauernfänger.

  1. 2008 geht weiter, wie 2007 ausgeklungen ist: Die Topmanager zeigen sich weiterhin unmoralisch — doch der Durchschnittsbürger wird zur Moral angehalten, und wenn das nicht klappt, dann werden einfach Strafen verschärft. Es entwickelt sich global zur Witzveranstaltung.

  2. „Denn die Methode, dass Minderheiten in einem Unternehmen sich auf Kosten der Gesamtbelegschaft bedienen, wird Schule machen.“

    Das war glaub ich die schönste Stelle aus dem entsprechenden Spiegel-Artikel. Seit wann nennt sich Mehdorn denn „Minderheit“?

  3. Na, Stellenabbau bei der Bahn hatte es wie andernorts auch üblich schon immer frei nach Vorstands- und Investoren-Gusto, und die alljährlichen Fahrpreiserhöhungen sind seit Ewigkeiten so verlässlich wie die Zugvögel.

    Jetzt hat der gute Herr Mehdorn halt mal eine politisch gefälligere „neue“ an den Haaren herbeigezogene Begründung für seinen alten Wein im alten Schlauch.

  4. Treffend bemerkt, Herr Schwaner.

    Mit Minderheiten hat man es ja aktuell. Der Koch fühlt sich ja auch schwer bedroht von den Minderheiten…

    Und Mehdorn hat ein gutes Timing. Nokia nimmt jetzt den ihm gebührenden Platz in den Schlagzeilen ein – das ist wirklich gutes Timing. 😐

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