Eine neue Sau namens Euroweb…

…wird durch die Blogosphäre getrieben. Dabei kämpft Euroweb meiner Meinung nach mit harten Bandagen und stützt sich auf das umstrittene und noch nicht rechtskräftige Heise-Urteil. Jüngstes Opfer ist Jens Scholz, der in diesem Beitrag auf Euroweb verwies, mit dem Hinweis, dass man in der Blogosphäre nicht immer nur ein Fass für minderbemittelte Musikanten und Klowände, sondern auch mal für die Meinungsfreiheit aufmachen sollte.

Lediglich drei Tage später, also gestern, hatte Scholz Post von Euroweb, und das Fass wäre damit geöffnet. "Faß-mode: open", schreibt auch Nerdcore und legt in seinem Beitrag an einem Beispiel dar, dass die Qualität und Preisgestaltung von Euroweb durchaus diskusionswürdig sind.

Mittlerweile läuft die Blogosphäre heiß. Felix freut sich schon auf die in Bälde zu erwartenden Googleergebnisse und will wissen

"inwiefern ein düsseldorfer webseitenschrauber und seine anwälte
bestimmen können was meinungsfreiheit ist, indem sie jedem der sie oder
ihre arbeit kritisiert mit klagedrohungen überziehen".

 
Rechtsanwalt Udo Vetter im Lawblog schreibt über die "Schere im Kopf", die hier installiert werden soll:

Die halbgaren, lieblosen juristischen Argumente in den jüngsten
Abmahnschreiben belegen, dass es den Iniatoren um mehr geht als den
Einzelfall. Sie wollen – für ihre jeweiligen Auftraggeber – Angst
verbreiten, die Schere im Kopf der Blogger installieren.

Gleichzeitig weist er auf die Dinge hin, die man beachten sollte, wenn man seine Meinung kundtut:

Wer also seine persönliche Überzeugung äußert, ist eher auf der
sicheren Seite. Also zum Beispiel: Ich finde XY zu teuer, das Essen
dort schmeckt mir nicht. Den Ton des Mitarbeiters habe ich als
aufdringlich empfunden. Die Grenze bildet die bloße Schmähkritik, das
heißt der Versuch, jemanden grundlos in den Schmutz zu ziehen.

 
Denkstoff für Euroweb-Anwälte spendet Axonas in einem langen, lesenswerten Text und warnt Euroweb vor der eigenen Naivität bezüglich der Macht der bürgerlichen Öffentlichkeit.

Auch Nico Lumma kritisiert die "mäßige Internetkompetenz" von Euroweb und noch einige andere scheuen sich nicht, ihre Meinung zu Euroweb kundzutun, so auch die Blogbar und Sven Scholz. Ich finde das Verhalten von €uroweb (die haben wirlich das "€" als Logo!) absolut unangemessen und bin gespannt wie sich diese Sache entwickelt. Und, wann Heise und Spiegel-Online auf die Sache stoßen… bislang ist noch jede Sau früher oder später dort geschlachtet worden.

 

Nachtrag:
Hatte Jens Scholz‘ neuesten Beitrag und den von Tom’s Diner "Frei von Meinung" ganz vergessen.

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