Bücherverbrennung a ‚la Amazon

Amazon hat gestern böse Schlagzeilen gemacht, weil es wegen unklarer Rechteverhältnisse Kunden des E-Book-Readers Kindle die Bücher „1984“ und „Animal Farm“ ungefragt vom Reader gelöscht hat. Die Kunden sind erbost, immerhin haben sie gezahlt und bislang war es unvorstellbar, dass der Verkäufer aus dem Buchladen kommt und gekaufte Bücher wieder einkassiert. Der betroffene Orwell war bekanntlich  seiner Zeit in seinen Dystopien voraus und ließ seine Leser einen Blick in die Zukunft werfen, in der wir nun fast angekommen sind. Don Alphonso tut es ihm nach und wagt eine kurze Vorausschau, von deren Realisierung uns nur noch wenig trennen dürfte:

Gäbe es keine Bibliotheken mehr, sondern nur noch Kindles, könnte man dem Buchhändler einfach juristisch Druck machen: Ein Knopfdruck, und schon wäre jeses missliebige Werk weg. Bücherverbrennungen sich ein Witz gegen das, was Amazon zu tun in der Lage ist. Kindle ist das effektivste Werkzeug zur Inhaltekontrolle, das man sich vorstellen kann, und mit Amazon gibt es auch einen Konzern, der offensichtlich bereit ist, diese Macht einzusetzen, wenn es den Firmenzielen dient. (Stützen der Gesellschaft)

Es gibt Momente, da kommt man um Nazi-Vergleiche einfach nicht herum, sei es bei Zensurursula-Schäuble oder bei Amazon. Was, wenn man damals keinen Volksempfänger gebaut hätte, sondern ein Volkskindle…

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