Hüftgelenk-Mißfelder hat wieder zugeschlagen

Und zwar verbal. Natürlich auf Randgruppen. Obwohl Typen wie Hüftgelenk-Mißfelder sich aus gesundheitlichen Gründen fragen sollten, wie lange Hart-IV-Empfänger noch Randgruppe genannt werden können. Diesmal meinte Mißfelder, im Hinterzimmer seine Meinung zu Hartz-IV-Empfängern ausbreiten zu müssen:

„Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie“, hatte der 29-jährige Bundesvorsitzende der Jungen Union am vergangenen Sonntag beim Frühschoppen eines Halterner CDU-Ortsverbands gesagt. (Frankfurter Rundschau)

Schlimm, nicht nur, weil dieser Mißfelder laut FR als künfitger NRW-Verkehrsminister gehandelt wird, sondern besonders, weil diese Äußerung zeigt, wie schon junge CDU-Politiker sich in Sackgassen hineindenken. Geht man wie Mißfelder davon aus, dass Hartz-IV-Empfänger ihr Geld sowieso nur für Kippen und Schnaps ausgeben, muss man an eine Erhöhung der Mittel auch keine Gedanken mehr verschwenden, sprich: Politische Blindgänger wie Mißfelder streichen gewisse Gesellschaftsgruppen einfach aus ihrem Gesichtskreis. Ist natürlich eine einfache Lösung, so bleibt Politik für kognitive Minderleister überschaubar.

Ich bin ja bekannterweise jemand, der sich politisch bedeckt hält und das Ganze eher passiv beobachtend kommentier, aber bevor ich Mißfelder als Verkehrsminister in NRW von Steuergeldern bezahlt und selbige verschwenden sehe, werde ich mich wohl oder übel irgendwie betätigen müssen. Solch moralisch verkommene Subjekte haben in der Politik meines Bundeslandes nichts verloren.

Nachtrag
Wenigstens die JU in Bayern beweist Anstand:

Der JU-Bezirk Oberbayern und mehrere bayerische Kreisverbände forderten dem Bericht zufolge den Rücktritt Mißfelders. (Süddeutsche)

Dieser Beitrag wurde unter Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Gedanken zu “Hüftgelenk-Mißfelder hat wieder zugeschlagen

  1. „Geht man wie Mißfelder davon aus, dass Hartz-IV-Empfänger ihr Geld sowieso nur für Kippen und Schnaps ausgeben, muss man an eine Erhöhung der Mittel auch keine Gedanken mehr verschwenden, “

    Ich sag dir jetzt, was das _wirklich_ Schlimme daran ist: Insgeheim hat er wahrscheinlich schon über eine Erhöhung von Hartz IV gedacht, um die Umsätze der Tabak- und Schnapsindustrie zu steigern. Das hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass er zu einem Geschäftstreffen mit den Schnapsnasen von der Schnapsindustrie in einem renommierten Schweizer Hotel reisen darf; da gibt’s Schnaps (und sonstige Konsumdrogen), heiße Nymphomaninnen, die das „r“ rollen, und coole Schnapsmitarbeiter, die ihre Schnapsideen schon als Tischvorlagen für die nächste Kommissionssitzung zur Übergabe bereit halten.

    Grüße, stephan@schnapsschluckerspamschlucker.org

  2. Die Junge Union auf solchen Wegen, ich denke wir sollten uns daran gewöhnen daß in dieser Partei das Wort Anstand in Zukunft klein geschrieben wird.
    Bleibt zu hoffen daß wahlkampftaktisches Kalkül uns von diesem unsäglichen Miß(griff)felder befreit.

    Grüße, Rob

  3. @Spamschlucker:
    Da kann ich doch nur zustimmen und das ähnlich vermuten. Ganz im Sinne eines „für meine politische Karriere stapfe ich notfalls tief im Sumpf dumpfer reaktionärer Ressentiments herum“.

  4. Nicht vergessen: Mißfelder hat mit „Stock statt Hüfte“ erst richtig Karriere gemacht. Die CDU braucht solche Mißtöner im Wahlkampf, die rechts der Verfassung Stimmen sammeln, weil die Anständigen sowas nicht sagen dürfen. Sie werden ihm seinen Übergriff auf die ALG-II-Empfänger auch nicht übelnehmen.
    Das ist das unterste Niveau im Überlebenskampf einer Volkspartei.
    Leider.
    Aber schon Kohl hat gesagt: Es zählt nur, was hinten rauskommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.