Rechts=böse?

Was soll eigentlich diese Aufregung um den Einzug der NPD in das sächsische Landesparlament? Sind diese Leute, die sich da aufregen wirklich die, die mir immer erzählen, dass sie von Herz auf Demokraten sind? Wenn ja, dann müssten sie ja ohne Murren akzeptieren, dass das Volk entschieden hat – und das eben nicht zu ihren Gunsten.

Ich bin wirklich kein Rechter, nicht mal Sympathisant und schon gar nicht Rechtsextremist, aber bitte was sollen so dämliche Äußerungen wie im Spiegel-Online-Forum zu lesen: „durch die Wahl von verbrecherischen Nazis blabla…“

Ich möchte hier nichts relativieren, als angehendem Geschichtslehrer ist mir durchaus klar, wie grausam und menschenverachtend die Nazis (oder: ein Großteil des deutschen Volkes) vorgegangen sind. Aber das von damals, also die NSDAP, die 6 Millionen getöteten Juden und andere Opfer, die toten Soldaten beiderseits, Menschenversuche, etc. haben nichts, aber auch gar nichts mit den 12 Menschen zu tun, die jetzt in den sächsischen Landtag einziehen! Die waren zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht geboren, haben weder Juden ermordet noch Kriege angezettelt. Genau wie der überwiegende Rest der Gesellschaft tragen sie keine Schuld am Holocaust und haben keine „Verbrechen“ im oben zitierten Sinn begangen.

So traurig und armselig die Haltung und Gesinnung der NPD-Kandidaten sein mag, gibt das keinem das Recht sie als Verbrecher per se abzustempeln. Oder ihnen ein gesittetes Interview zu verwehren. Das war ja schon hochnotpeinlich am Wahlabend anzusehen, wie eine gestandene Moderatorin sich in Hetzjagd auf Nazis übte. Gelten für rechte Parteien andere Gesetze in Deutschland, oder was? Andere Parteien bekommen die Redezeit minutengenau zugemessen, wehe das klappt nicht, und wenn die Rechten kommen, gilt das nicht mehr, oder wie? Peinlich.

Und genau diese dämliche Haltung rückt die Rechten in die Rolle, in der sie sich am liebsten sehen: in der der Außenseiter. Der Rebellen. Die, die anders sind, als der Rest der Parteienlandschaft.

Wir müssen hier endlich mal begreifen, dass Rechte genauso zu einer Demokratie gehören wie Linke. Und wenn wir wirklich von unserer Staatsform überzeugt sind, dann müssen wir (und der Rest der Welt) auch nicht deren Ende verkünden, wenn es mal nicht so läuft, wie die Etablierten es sich vorgestellt haben. (Himmel…die Menschen demonstrieren im Osten und gestern las ich etwas von einem „Volksaufstand“, der sich anbahne und den die Rechten nutzen wollten…so ein Schwachsinn…)

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