So gesund mit Hartz IV

Führt man diesen Gedanken fort, dann wäre eine Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes einer gesunderen Ernährung eher ab- als zuträglich.(WELT)

Erwürgt das Springer-„Aushängeschild“ Welt-Online. Neben Klickstrecken mit den Titeln „Warum Sportler nicht als Liebhaber taugen“, „Scharfe Radler“ oder „Die heißesten BeineMal mit, mal ohne Strümpfe“ bemüßigt man sich, Hartz-IV-Empfängern vorzurechnen, wie sie mit 4,40€ am Tag gesundes Essen kochen können. Nein, schlimmer noch: dass jeder Cent mehr ihnen sogar schaden würde!

Und wenn man den vom Sozialdemokraten Thilo Sarrazin zusammengestoppelten Plan anschaut, läuft einem förmlich das Wasser im Munde zusammen:

100g Hack für 0,36 Cent! Gammel galore! Das wird ein wahrhaft gesundes Essen! 15 Cent für ein Brötchen (und wieder eine Bäckerei, die dichtmachen muss). Trinken sollte man an Tag 2 nur, wenn’s gar nicht mehr anders geht: Mit 250ml Milch sollte man bis zum Nachmittag auskommen, dann darf man sich wieder eine Tasse Tee für 5 Cent gönnen. Abends gibt es dafür dann aber keine Flüssigkeit mehr. Im Krautsalat steckt immerhin mehr als genug Wasser!

Und jetzt kommen zwei Hart-IV-Empfänger, die aus der Not eine Tugend machten und ein ganzes Hartz-IV-Kochbuch verfassten. Demzufolge, so die WELT, reichen „die vom Gesetzgeber vorgesehenen 132 Euro im Monat für Lebensmittel aus – vorausgesetzt jedoch, man greift auf die günstigsten Produkte zurück“.

Mjam! Dann gibt es lecker Gift-Trauben, Spritz-Tomaten, noch mehr Gammelfleisch, Eier aus Tierquälhaltung und Genfraß aus der Dose. Neee, wat gesund! Langsam wird es für die Qualitätsredaktion der WELT Zeit, sich Gedanken um eine neue Klickstrecke zu machen: Sexy Bäuche dank Hartz-IV-Diät.

Und während man aufs Zynischste den Ärmsten die Butter auf dem Brot missgönnt, sichert man den anderen ihre Milliarden. Es gibt Journalisten, denen wünsche ich den Niedergang des Print aus vollem Herzen an den Hals. Denn wie man sich trotz Arbeitslosigkeit gesund ernährt, das wissen sie ja nun. Wohl bekomm’s! (via)

4 Gedanken zu “So gesund mit Hartz IV

  1. Na, es gibt halt Medien, die rein formaljuristisch journalistische Medien sind und sich deswegen auch so nennen dürfen. Es dürfte wahrscheinlich vergebliche Mühe sein, zu versuchen, Zeitungen aus dem betreffenden Hause juristisch den journalistischen Status aberkennen zu lassen.

    Jo, und bei Herrn Sarrazin handelt es sich um ein Mitglied der SPD. Mehr aber nicht, wie ich es ganz für mich so einschätze. Denn mit der bloßen Partei-Mitgliedschaft kann ich in diesem Fall wirklich keinerlei inhaltliche Charakterisierung verbinden.

    Aber beobachten, finde ich, sollte man solche Leute schon genauer …

  2. [Hokey: Unten findet man den verzweifelt lächerlichen Versuch eines sogenannten Suchmaschinenoptimierers, einen „guten“ Kommentar zu hinterlassen.]

    Also mit 4,40 Euro ein gesundes Essen kochen, möglichst wenig trinken und das soll gesund sein? Aber wer wurde denn da von der Regierung bezahlt, um das Einkommen von Hartz IV Empfängern schön zu reden? Sorry, aber will ich frisches Gemüse, das nicht von sonstwo importiert wurde, Tausende Kilometer Transport hinter sich hat, mit Pestiziden und Co. nur so vollgepumpt ist, dann bezahle ich das ja schon für ein paar Äpfel oder so. Wie soll ich dann ne ganze Mahlzeit bzw. drei Mahlzeiten damit kochen, wenn es gesund sein soll? Da geht mir die Hutschnur hoch, wenn die Hartz IV Diät doch soooo toll ist, dann sollten es gewisse Leute erst mal vormachen, sich so zu ernähren.

  3. Ach, liebe „Britta“. Du bist auch nur ein Spammer unter vielen. Da kannst Du Dir noch so viel Mühe geben „sinnvolle“ Kommentare zu schreiben. Möchtegern-Suchmaschinenoptimierer werden bei mir keine Links hinterlassen.

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