Ach, die Leserbriefeschreiberschaft der OWL am Sonntag

Die „OWL am Sonntag“ ist eine kostenlose Werbepostille, die irgendwelche Zeitungsboten uns Bielefeldern sonntags ungefragt in den Briefkasten knallen. Die „OaS“ ist mit dem konservativen Westfalenblatt verbandelt und dient eigentlich nur dazu, möglichst viele Werbeanzeigen um möglichst wenig Inhalt herum zu drappieren. Wirklich lesenswert sind eigentlich nur die Leserbriefe, die in der heutigen Ausgabe einen Einblick in die Denke der konservativen Leserschaft geben und gleichzeitig auch deutlich machen, wie Käseblatt-Redakteure Meinung machen wollen. Das Thema der Leserbriefe: „Demonstrieren für eine bessere Bildung?“ Ich lasse einfach mal ein paar Zitate aus unterschiedlichen Leserbriefen wirken, Hervorhebungen sind alle von mir:

„Ein vernünftiges Vermitteln von Allgemeinbildung (…) ist kaum noch möglich, da die Lehrer häufig für die Folgen des Versagens von familiären Strukturen und antiautoritärem Gedankengut herhalten müssen.“

Ist klar. Deshalb benehmen sich auch die Kinder mit den blauen Augen in meinem Unterricht immer viel unauffälliger als die mit den alternativen Tüchern um den Hals, weil die so schön autoritär erzogen werden.

„Wer mehr Zeit in Diskotheken, Kaffeehäusern oder Drogenkneipen verbringt, als sich auf Prüfungen vorzubereiten, der verdient es nicht, Student genannt zu werden.“

Logo. Studenten bummeln nach Bologna noch schlimmer als vorher. Und jetzt demonstrieren die auch noch trotz all der Faulenzerei. Man sollte das Studium vielleicht mal wieder reformieren und die Zügel endlich mal so richtig anziehen.

„Dieses ganze Demonstrieren – egal wogegen – ist einfach nur Tinnef und bringt überhaupt nichts (…).“

Spricht für sich, oder?

„Im aktuellen Fall ist es an den Eltern, zu hinterfragen, wofür ihre Kinder auf die Straße gehen (sollen), da auch viele Lehrer (oft Mitglieder der Grünen) gerne linke Demos, besonders gegen in ihren Augen ‚konservative Landesregierungen‘ – offen oder verdeckt – unterstützen.“

Und überall diese Grünen-Mitglieder. Mann, ich habe auf dem Boden gelegen vor Lachen, obwohl es eigentlich gar nicht so lustig ist, weil diese Leute das wirklich ernst meinen und die Westfalenblatt-OaS-Redaktion  solches bereitwillig abdruckt. Nö is‘ klar, Demonstrieren ist Tinnef – egal wogegen. Ehrlich gesagt, um manche Blätter wird es nicht schade sein – im Internet kann man diesen Leuten wenigstens eine entsprechende Antwort geben.

2 Gedanken zu “Ach, die Leserbriefeschreiberschaft der OWL am Sonntag

  1. Ich glaube, Leute, die solch einen Quark in solch einem Blatt per Leserbrief absondern, sind auf einem Entwicklungsstand, dass sie das Internet (dieses Ding ….) für etwas halten, das zum Glück gerade vom Staat wegen Kinderpornografie und Terroristenversammlungen gesperrt wurde.

  2. diese lästige und „verstopfende“ Werbung (OWL am Sonntag) sende ich unfrankiert zurück, da manche Zusteller Briefkasten Hinweise ignorieren. Vielleicht ist dies ein Weg, insbesondere wenn viele Belästigte entsprechend reagieren, die Zustellung und hoffentlich auch die Produktion zu regulieren.

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