Alte Säcke.l

Ich frage Tochter¹, was sie von den Vorfällen in Dresden hält. Sie hat null Plan. War da was? Und ich frage mich, ob junge Leute noch viel mehr in ihrer Filterblase leben und gar nicht mehr mitbekommen, was im großen Rahmen um sie herum vorgeht? Hört man deshalb so wenig aus der Ecke der jungen Menschen? Kein „Schrei nach Liebe“ nirgendwo. Kein Statement. Keine Lichterketten. 

Dagegen sehe ich immer mehr mittelalte Säcke (Alterklasse ab 50 aufwärts), die literweise Spuckefäden verlieren, wenn es um AfD, Migration, Flüchtlinge usw. geht. Leute, die ich durchaus schon lange kenne, und ich kann mir das alles nicht erklären. Einige haben glänzende berufliche Biografien, andere weniger. Sie besitzen Häuser, mehrere Autos, machen Urlaube und leben gut im ländlichen Raum, umgeben von privilegierten weißen Menschen. Und dennoch dieser Hass! Was ist da falsch gelaufen? Ist es die Sorge, dass die eigenen Kinder von den gemeinen Ausländern überflügelt werden? Bekommt man nach der „Ich-muss-Sport-machen“-Phase in den 40ern plötzlich die „Ich-muss-nationalstolz-sein“-Phase in den 50ern? Oder hat nun auch das letzte fremdenfeindliche Arschloch das Gefühl, es könne sich nach Jahren des Kreidefressens endlich mal aus der Deckung wagen? 

Nachtrag

Da tut sich doch etwas in der Popkultur. Casper und Marteria, die erst letzte Woche mit einen gemeinsamen Konzert in Bielefeld überraschten, rufen für Montag zu einem Konzert am Karl-Marx-Kopf in Chemnitz. Eintritt frei.

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