Medienkonsum

Ungefähr eine Woche ist es her, da hat man einen über 90-jährigen ehemaligen SS-Wachmann zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe vor einer Jugendstrafkammer verurteilt; in dem bekannten Podcast „ZEIT Verbrechen“ beschäftigten sich in der Woche davor Sabine Rückert und Andreas Sentker mit den jahrzehntelang dauernden Prozessen um Iwan „John“ Demjanjuk. Der Podcast ist wie immer hörenswert und böte gewiss auch den ein oder anderen Denkanstoß für alle sich gerne als scharfzüngig und moralisch überlegen darstellenden Kommentatoren.

Aber es ist eben leichter, alle am besten gleich hängen sehen oder wenigstens mundtot machen zu wollen. Aktuell hat man Kant auf der Pfanne, den man als Rassisten brandmarkt. Einen interessanten Schlagabtausch können Abonnenten der FAZ verfolgen (jüngster Beitrag hier). Es steht zu befürchten, dass kaum eine historische Persönlichkeit den heutigen Standards der politcal correctness standhalten wird. Was dann? Europäische Geschichte einfach löschen? Kant entfernen? Bismarck köpfen? Die Grabsteine unserer Großmütter umstoßen?

Doch die „Cancel Culture“ bekommt Gegenwind. Auch dazu gibt es einen hörenswerten Podcast bei SWR Wissen mit dem Titel „Plädoyer für eine neue Debattenkultur – Jenseits der Hasstiraden“. Es wäre schön, wenn wir da (wieder?) hinkämen.

Nachtrag

Ganz einen Lesetipp vergessen: „Identitätspolitik: Die digitalten linken Spießer“ bei der Zeit.

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