– – – ohne Worte – – –

Notorische Störer und Gewalttäter sollen künftig leichter vom
Unterricht ausgeschlossen werden können; auch die Altersgrenzen dafür
sollen gesenkt werden. In Extremfällen soll schon bei 14-Jährigen die Schulpflicht enden, samt
Berufsschulpflicht. Sie würden dann in ihrem Leben kein Klassenzimmer
mehr betreten. (Süddeutsche, via SoWhy)

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9 Gedanken zu “– – – ohne Worte – – –

  1. Prima Idee! Am Besten wäre es, wenn man schon im Kindergartenalter damit beginnt. Gewalttätige Sandkastenstörer und Förmchendiebe sollten vom sozialen Leben komplett ausgeschlossen werden!

  2. @Marcus
    Oh ja. Vielleicht sollten wir einen Kindergarteneinführungstest einführen. So ähnlich wie vor Schulbeginn. Dann können wir die eklige Unterschicht noch besser raussieben.

  3. Wenn du mal in einer achten Klasse unterrichtet hast, in der ein regelmäßig prügelnder Junge sitzt, der zum wiederholten male bei einem Einbruch und beim Autoknacken erwischt wurde, gewinnt dieses Statement eine andere Qualität. Insbesondere, wenn jender dich zur Seite nimmt und mal eben drauf hinweist, dass es besser für dich und deine Frau mit Kind ist, nicht in seinem Kuhdorf vorbeizuschauen.
    Soll heißen: JA – ich bin dafür, dass eindeutig gewalttätige Schüler auch vor dem Ende der 9jährigen Pflichtschulzeit rausgeworfen werden können!

  4. Hallo Hannes!
    Schön, mal eine entgegengesetzte Meinung zu hören. Ich glaube, und Du hast völlig Recht – ich palavere hier ohne jedwede relevante praktische Erfahrung – dass man (und in einer solchen Situation höchstwahrscheinlich auch *ich*) lieber solche Amokläufer aus seinem direkten Lebensumfeld haben möchte.

    Die Frage ist nur, was passiert, wenn wir uns eine ganze Schicht solcher nach lediglich vierzehn Lebensjahren abgeschobener Gewalttäter heranzüchten? Was wird aus denen, wenn sie völlig ohne Ordnungsprinzip aufwachsen müssen? Was macht so einer, wenn er den ganzen Vormittag rumhängen kann? Welche Perspektive hat der noch? Wer nimmt so einen für eine Lehre? Wie soll so jemand noch [i]irgendwie[/i] aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und warum sollte er es dann noch wollen oder irgend einen Sinn darin sehen?

    Und wer soll darüber entscheiden?

    Ich glaube, wir würden uns dadurch langfristig mehr Probleme schaffen, als uns lieb ist. Abgenudelter Spruch zum Schluss: Wir bekämpfen damit nur die Symptome, nicht die Ursachen. Vielleicht sollte man früher ansetzen – im Kindergarten und/oder bei den Eltern.

  5. Hallo Hokey,
    danke für deine ausführlichen Gedanken zu meinem kurzen Beitrag. Gott bewahre uns davor, dass mit einer „ganzen Schicht“ so verfahren wird. Ich hoffe mal, dass das auch nicht der Sinn der Sache ist (zumindest kenne ich momentan keinen Schulleiter, der so verfahren würde). Ich bin der ganz persönlichen Meinung, dass unabhängig von Präventionsbemühungen
    – sei es beim Elternhaus, bei „der Gesellschaft“, in Schulen oder wo auch immer – immer wieder Jugendliche auftauchen werden, die in extremer Weise delinquent werden (das scheint mir tatsächlich in der Natur des Menschen begründet, aber auch das ist eine persönliche Ansicht, die ich momentan nicht wirklich belegen könnte). Und vor solchen Jugendlichen würde ich gerne Mitschüler und Lehrer beschützt wissen.
    Dass ein solcher Jugendlicher keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben wird ist sonnenklar; die Frage sei aber erlaubt, ob er sie haben will.

    Du hast meine völlige Zustimmung, dass bereits früher und weitaus umfassender angesetzt werden sollte, aber – wie oben beschrieben – „Ausreißer“ werden sich IMHO auch dann nicht gänzlich vermeiden lassen.

    @Eberon: Ich bin nicht Lehrer geworden um die Gesellschaft zu verändern, sondern weil ich meinen Jungs und Mädels, die es wahrlich nicht leicht haben, eine reelle Chance in der Welt da draußen geben will. Von daher: ja, aus meinen Augen! – möge sich (und hier sind wir wieder beim delinquenten Jugendlichen) die nächste (Re)Sozialisierungs-Instanz d’rum kümmern. Ich bin zwar an einer „besonderen“ Schule, kann und will aber tatsächlich nicht jeden (Aus)Fall auffangen.

    Schönen Abend allerseits!

  6. Hallo Hannes!
    Da unterscheiden wir uns in den Prämissen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch vom Zeitpunkt seiner Geburt an die Möglichkeit hat, sich in jeder Hinischt „positiv“ zu entwickeln. Sprich, da „positiv“ Auslegungssache ist, sich in jede Richtung zu entwickeln, abhängig davon, wie er erzogen wird. (Und für alle Nichtpädagogen: Mit Erziehung meine ich quasi alle Einflüsse, die auf ein Kind wirken können, nicht nur die mehr oder weniger gezielten Maßnahmen von Eltern.) Belegen kann ich das allerdings auch nicht.

    Aber das ändert nichts daran, dass Du Recht hast: solche Härtefälle werden immer auftreten.

    Ich finde einfach, dass das mit 14 viel zu früh wäre. Jemand, der dann einfach fallen gelassen wird, wird buchstäblich vor dem Nichts stehen. Vor dem absoluten Nichts – es sei denn, seine Eltern sind sehr wohlhabend.

    Dass man solche Jugendliche nötigenfalls von der restlichen Klasse trennen muss, halte ich für in Ordnung, aber sie einfach nach Hause zu schicken, mit dem Hinweis „Schule ist aus“, das halte ich für falsch. Solche Leute sind doch die Schwerverbrecher von morgen – was sollen sie auch sonst machen? Eine Re-Sozialisierungsinstanz wäre ein Komprimiss, der die Tür zur Zukunft immerhin einen Spalt weit offen lässt.

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