Wie eine beleidigte Leberwurst das Amt beschädigt

Wie auch immer man ein Amt beschädigen können soll – ich zweifle schwer daran –  aber wenn es jemand beschädigt haben sollte, dann doch der, der als im Amt befindlich über die grundlegendsten Grundsätze dieses Amtes leichtfertig hinwegformuliert hat. Vermutlich nicht einmal aus böser Absicht, sondern eher aus pragmatischem Realismus. Aber die Kritiker haben es gewiss nicht beschädigt, denn Kritik – und überdies Kritik an Kriegseinsätzen –  ist für eine Demokratie evident! Wenn ein (ehemaliger) Bundespräsident seinen demokratischen Kritikern so haltlos über den Mund fährt, dann erst hat er sein Amt entweder missverstanden oder gar beschädigt.

Nichtsdestotrotz wird der Bundeshorst einer der wenigen bleiben, die an der richtigen Stelle auch mal nicht unterschrieben haben. Trotz schwarz-gelber Grundlage war er beileibe nicht der schlechteste Bundespräsident, den man sich vorstellen konnte. Bei Twitter gerüchtet man, Roland Koch… bruuuha… das will ich nicht zuende tippen.

3 Gedanken zu “Wie eine beleidigte Leberwurst das Amt beschädigt

  1. Sicher sind wir jetzt ohne Staatsoberhaupt, aber seien wir ehrlich: gerade alltäglich merken wir das jetzt nicht oder?

    Ich muss gestehen, dass ich die Aktion eigentlich echt cool finde! Das ist ein rein subjektives Bauchgefühl, das gebe ich auch zu.
    Beleidigte Leberwurst? Vielleicht. Aber andererseits… muss man sich von rechts bis links denn immer alles anhören und gefallen lassen?

    Mir ist das da oben in den Reihen eh zu viel Geschachere, Hinundhergeschiebe, heute Fahne so – morgen so (auf die Parteien bezogen). Heute Held und morgen Arsch… (auf die kleinen und großen Bauernopfer bezogen)

    Wie gesagt, rein aus dem Bauch heraus finde ich es super. Jetzt stehen sie von schwarz-gelb bis rot-grün da und brauchen einen Nachfolger. Und ich bin sicher, das wird wieder eine echte „Show der Unfähigkeit“.

    Klar, vielleicht sollte ein Staatsoberhaupt hier so viel Ruhe und Besonnenheit besitzen und über so etwas stehen, die Kritik und all das „heute so – morgen so“, aber ich empfinde es als Zeichen: Wie gehen wir, ja auch wir, mit anderen um?

    Meine Sympathie behält er! Kein Mensch und kein Staatsoberhaupt ist perfekt und auch ein Staatsoberhaupt nur ein Mensch.

  2. Cool finde ich’s nicht, eher uncool. Obwohl ich Köhler insgesamt in Ordnung fand, besser als Schäuble oder andere Kandidaten, die gerade gehandelt werden.

    Und gerade die Frage „Wie gehen wir mit anderen um“ ist es ja, die Auslöser (vermutlich nicht einmal Anlass) für seinen Rücktritt war: Freie Handelswege durch deutsche Soldaten? Einen solchen Umgang mit anderen durch einen Bundespräsidenten legitimiert zu sehen, halte ich für keine gute Idee. Ich sehe „uns“ nicht an der Position der Weltpolizei und darum bin ich auch nicht traurig, dass er jetzt gegangen ist. Fraglich ist, wer jetzt „installiert“ wird…

  3. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, auch in den weiteren Erklärungen zu seinem Kommentar, dann ging es ihm ja nicht um unsere „Erdöl- und Terroristen“-Kriege, sondern eher um Einsätze wie der Marine rund um Afrika zum Schutz gegen Piraten.

    Ersteres stelle ich sicher genauso in Frage wie du. Obwohl ich auch da eine grundsätzliche Enthaltung nicht befürworte, nur das Model muss ja nicht gleich das us-amerikanische, israelische, iranische oder nordkoreanische sein. Ich denke, du verstehst, was ich mein 😉

    An Einsätzen, wie gegen die Piraten, sehe ich nichts verkehrtes. Handelsroute ist auch Handelsinteresse.

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