Brandstifter.

Ein klassischer Fall von „Wenn wir den Boten der schlechten Nachricht hängen, dann ist alles wieder im Lot“: Brandanschlag aufs Robert-Koch-Institut. Anstatt dankbar zu sein, dass wir solche Institutionen haben, wirft man Brandbomben auf selbige. Da nützt natürlich nichts und niemandem und ändert insbesondere nichts an den Fakten.

Von Terra X findet man aktuell eine etwas oberflächliche Doku zum Thema Verschwörungstheorien. In der Doku wird eine durchaus plausible These aufgestellt, warum diese ideologische Verblendungen wie Pilze aus dem Boden sprießen: Es geht nicht so sehr darum, was man glaubt, sondern eher darum, wem man nicht glauben (will). Und ab da spielen Fakten schlicht keine Rolle mehr, selbst wenn man sie ganz leicht selbst überprüfen kann. Verschwörungsideologen haben gerade, insbesondere durch das Internet, leichtes Spiel, ihre Brandsätze unter das Volk zu bringen.

Die Netflix Flat-Earther-Doku „Unter dem Tellerrand“ (bei der die Flat-Earther immer wieder die Rundung und die Drehung des Globus bewiesen…) zeigt noch ein anderes Motiv: Endlich einmal (vermeintlich) Freunde haben und sich einmal im Leben wichtig und an der Speerspitze von etwas (vermeintlich) Bedeutsamen fühlen. Von „Love-Bombing“ spricht die Terra X-Doku.

„Love gebombt“ wird aber nur innerhalb der Community. Die anderen bekommen Brandsätze ab. Brandstifter eben. Im übertragenen und im wahren Sinne des Wortes.