Test verschiedener Impulse Responses

Heute gibt’s was auf die Ohren! Ich habe mir mal die Zeit genommen, die im letzten Beitrag erwähnten Impulse Responses (IR) auszutesten. Nochmal in Kürze: Eine IR erlaubt es mir, das Zusammenspiel von Mikrofon, Box und Lautsprecher zu simulieren – was nicht weniger entscheidend für den Klang ist als Gitarre oder Verstärker. Dafür habe ich mir ein paar IRs von bekannten Verstärkerboxen heruntergeladen und diese denen gegenübergestellt, die der Simulationssoftware BIAS FX mitgeliefert sind.

Damit alles möglichst vergleichbar bleibt, benutze ich immer dasselbe Audiomaterial, Copy&Paste sei Dank. Das Einzige, was ich immer angepasst habe, ist die Lautstärke, denn die IRs sind immer sehr viel lauter als die Bias-Boxensimulation. Damit die IRs nicht verfälscht werden, habe ich die Bias-Boxensimulation ausgeschaltet.

Es möge sich jeder seine eigene Meinung bilden. Die Tracks sind immer so aufgebaut, dass zuerst das Bias-Paket (Bias-Verstärker + Bias-Boxensimulation) und danach die IRs (Bias-Verstärker + Impulse Response) zu hören sind. Außer bei dem Rectifier-Track erkennt man das an einer kurzen Pause zwischen den Takes. Beim Rectifier-Vergleich überlappen sich die Takes etwas, aber der Unterschied ist deutlich erkennbar. Nun aber los!

Vox AC30

Den Vox AC30 verbindet man besonders mit Brian May. Habe mir darum gestattet, für den Vergleich ein wenig bei Queen zu wildern. Das Riff von „Hammer To Fall“ hat gewiss jeder im Ohr – einfach mal reinhören und überlegen, was einem besser gefällt. Ich finde den Unterschied hier sehr bemerkenswert, wenn man überlegt, dass der komplette Amp gleich simuliert wird. Das Bias-Original klingt viel bedeckter und weniger schneidig als das durch die IR gespielte Signal. Der doofe Hall kommt übrigens aus einem Plugin und ist mir leider zu spät aufgefallen.

Marshall Plexi

Schlicht der Amp für Vintage-Rocksounds, ich glaube, den haben so viele Rockgrößen gespielt, die müsst ihr alle selbst googeln. Habe ein klassisches Rock’n Roll-Riff dazu eingespielt. Man könnte gewiss noch mehr mit den Sounds herumspielen und auch einen wunderbaren Solo-Sound da herausholen, aber dazu war ich zu faul – es geht ja um die Impulse Responses. Die liefert hier meiner Meinung nach den etwas besseren Sound, weil sie das Frequenzspektrum von Bass bis Höhen etwas zu weiten scheint und der Sound dadurch mehr Biss bekommt.

Mesa Boogie Triple Rectifier

Der Rectifier steht für die Heavy Metal Sounds der 90er-Jahre, zum Beispiel für Metallica. Rau, gewaltig, heftig verzerrt und trotzdem nicht matschig oder zu harsch in den Höhen, dafür steht der Rectifier. Habe mir also ein bekanntes Metal-Riff der 90er geschnappt und es durch die simulierten Röhren gejagt. Wirkt das Bias-Gesamtpaket auch hier etwas dumpf und wie mit angezogener Handbremse, so knallt die Impulse Response schon richtig. Groar!

Fender Blackface

Fender steht wiederum in der Gitarrenwelt für einen sehr lauten, klaren Vintage-Sound, der eher nicht so schnell verzerrt. Im Beispiel wird er jedoch durch einen Booster leicht angezerrt, wodurch im Zusammenspiel mit dem Hall und dem Delay ein Sound entsteht, in den ich mich verlieben könnte. David Gilmour lässt grüßen. Da will man gar nicht mehr aufhören zu spielen. Finde hier, dass mir das Bias-Gesamtpakt schon verflixt gut gefällt, die IR klingt doch etwas töpfern.

 

 

 

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