Hokeys Blog

Isch 'abe gar kein Untertitel...

Danke, Schleswig-Holstein!

Muss ich nicht viel zu sagen: AfD = 4,4% = raus aus dem Landtag.

Laut FAZ lautet Tino Chrupallas Begründung für den Rauswurf: „die Menschen sind hier relativ zufrieden“. Tja, da hat man’s als Partei, deren einziges Alleinstellungsmerkmal übersteigerter Hate ist, nun mal nicht leicht.

Nun gilt’s, NRW! Wir lassen uns doch von den Fischköppen nicht die Butter vom Brot nehmen, oder? AfD raus aus NRW!

9.5.

Alle Welt rätselt und spekuliert, was Putin wohl am 9. Mai vorhaben könnte, welche Eskalationsstufe er nun wählen wird, ob er nun die Generalmobilmachung ausruft, allen den dritten Weltkrieg erklärt oder gleich mit Atomraketen um sich schießt!

Mein Tipp: Vermutlich passiert gar nix. In Russland wird gefeiert, man spricht über die erfolgreiche „Spezialoperation“, wütet gegen „drogenabhängige Nazis“ und ignoriert schlicht das ganze Geheische auf dem Rest des Planeten. Um dann, drei Tage später, die nächste Eskalationsstufe zu zünden.

Man will sich ja nicht von der CIA den Zeitplan vorhersagen lassen, wie schon beim Angriff auf die Ukraine.

Da geht er hin…

Da geht er hin, der Pluralismus. Nach all den Jahren des gegenseitigen Anschreiens, ob im Netz oder auf Wutbürger-Demos, sind wir nun soweit, dass wir arrivierte und philanthropische Mitglieder unserer Gesellschaft als „fünfte Kolonne Putins“, „feige“, „erbärmlich“ oder „opportunistisch“ bezeichnen. Darunter in so unterschiedlichen Feldern aktive Menschen wie Harald Welzer, Juli Zeh, Reinhard Mey, Ranga Yogeshwar oder Jürgen Habermas, denen man ungern Wutbürgertum, Ukrainefeindlich- oder Russenfreundlichkeit oder ähnlich Defaitistisches vorwerfen mag. Die Emma hat einige Reaktionen auf ihren offenen Brief zusammengestellt.

Schön ist das nicht, dass Menschen, die sich mit ihren berechtigten Sorgen in einen wichtigen politischen Diskurs einbringen, mit effekthaschender Polemik überzogen werden. Hier die Gute, da die Bösen. Geschenkt: Diese Polemik ist an den Stammtischen, bei den Hate-Bots auf Twitter und Marie Mustermann auf Facebook zu erdulden, aber Diskursteilnehmer, die mit den oben genannten auf Augenhöhe stehen möchten, sollten einen angemessenen Tonfall und Stil wahren, ansonsten brauchen wir demnächst gar keinen putinschen Atomkrieg mehr – die Atomisierung unserer Gesellschaft besorgen wir dann ganz einfach selbst.

Man wird es ertragen können, dass Mitmenschen sich Sorgen vor einem Krieg mit Russland machen. Dass sie einen Atomschlag mehr fürchten, als einen wie auch immer gearteten Kompromiss mit Russland. Dass sie Atomdrohungen nicht als bloße Finte begreifen. Sie darum populistisch zu beschimpfen (und weil man sich gerade selbst auf dem weißen Ross des rechten Rittertums wähnt), gefällt mir nicht.

Denn ich verstehe sehr gut, dass diese Menschen es sich mit ihrer Meinung genauso wenig leicht machen wie ich.

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