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Isch 'abe gar kein Untertitel...

Aktivierung und Reaktivierung

Und dann war da die Anruferin, die auf unser Kleinanzeigen-Angebot gerade mal 57% des VB-Preises zahlen und auf keinen Fall nach oben hin verhandeln wollte. Das nennt man „ungeschickt“.

Ansonsten reaktiviere ich mal wieder meinen Facebook-Account. Irgendwie findet man einige Menschen im Netz wirklich nur dort und nirgends sonst. Schade eigentlich, so ‘ne persönliche Homepage hätte auch etwas. Werde erst einmal beobachten, was da so „abgeht“ und dann weiter entscheiden, ob sich das lohnt oder ob bei FB immer noch Blödelbildchen und Sinnsprüchlein das Gros der Beiträge darstellen. Google Plus hat sich da als Enttäuschung herausgestellt; für semi-professionelle Kontakte ist das prima, aber für engere bis weitere Bekanntschaften ein Graus. Twitter ist diesbezüglich noch spezieller, da treibt sich zumindest offiziell niemand herum, den ich wirklich gut kenne.

Habe heute Netflix aktiviert und bin etwas enttäuscht. Großer Bohei in den Netzwerken und dann kommt dabei ein schlechterer Watchever-Verschnitt heraus. Hrm. Den Probemonat über schaue ich mir das noch einmal an, aber wenn sich da nichts Wesentliches tut, bleibe ich bei Watchever, auch wenn das ebenfalls nicht sonderlich up to date ist. Allerdings gefällt mir die Entwicklung. Ich war schon früher für die „Kulturflat“, die die Grünen mal als Idee eingebracht haben, und zahle lieber ein paar Euro dafür, dass ich mir aussuchen kann, was ich sehe, als dass ich mir kostenlosen Schrott ins Haus liefern lassen muss. Die Privaten wandern auf der Fernbedienung bald nach ganz hinten, wo sie keinen mehr beim Zappen stören können.

Langsamer Abschied von Apple

Mit der gestrigen Keynote von Apple ist wohl mein langsamer Abschied von Apple eingeleitet. Die iPhones bleiben exorbitant teuer, bieten aber heutzutage nicht ansatzweise die Alleinstellungsmerkmale und Qualitätsunterschiede, mit denen z.B. das 3GS einst aufwarten konnte. Für lediglich 200 Euro bekommt man einem iPhone 5 entsprechende Geräte anderer Hersteller.

Sträflich vernachlässigt wird hingegen die in meinen Augen eigentliche Stärke von Apple: die Mac-Linie. Großartige Rechner, fleißig, schnell und leise; auch teuer, aber dank OS X effizienzfördernd. Kein Wort dazu, stattdessen die Präsentation der überflüssigen Apple Watch und eines NFC-Bezahlsystems, das andere Hersteller schon lange anbieten.

Zugegeben, die Apple Watch hat schon was. Besonders die Fitness-Funktion fände ich spannend, aber wenn ich mir vorstelle, mir neben all der Ablenkung über die vorhandenen Geräte noch eine zusätzliche Störquelle ans Handgelenk zu binden, dann verzichte ich gerne. Ein leuchtendes Handgelenk und haptisches Feedback – nö. Einfach nö. So spannend das sein mag. Mal abgesehen davon, dass es schon sehr gruselig anmutet, sich vorzustellen, wie die NSA meinen Herzschlag mittrackt.

Nach meinem iPhone 5-Desaster würde ich nicht zu einem Kauf des iPhone 6 raten (besser auf das 6S warten) und die Watch ist doch nur ablenkender Schnick-Schnack. Für 350 € bekommt man schickere Uhren.

Eine rosa Glanzleistung

Einem niederländischen Beamten müssen wir heute dankbar sein. Diesem ist nämlich ein lustiger Fehler unterlaufen: Aus Versehen (ein Zahlendreher) hat er die falsche Farbe für einige Verkehrsinseln bestellt, weshalb diese nun in einem prächtigen Rosa angestrichen sind, und wir und die ganze Welt darf nun darüber schmunzeln. Der arme Mann ist gewiss beschämt, aber genauso gut müsste man den Maler fragen, ob er an einer rosa-grau Schwäche leidet, denn der wird ja auch nicht das erste Mal an einer Verkehrsinsel vorbeigelaufen sein.

Doch nicht nur Niederländer, auch ich durfte auch einmal ein rosa Prachtstück zaubern, und zwar zu Zeiten als ich noch als Ferienjobber beim guten alten Praktiker arbeiten durfte. Wie allgemein bekannt, waren die Praktikerfarben gelb und blau und alle Säulen, die man in unserem Markt stehen hatte, waren in einem kräftigen Blau gehalten.
Eines Tages kam der stellvertretende Marktleiter vorbei, der immer sehr grimmig guckte, weil er das so bei der Bundeswehr gelernt hatte und er seine Führungsqualitäten nicht unter den Scheffel stellen wollte, und beauftragte mich damit, eine dieser wunderbaren Praktikersäulen zu bauen.

Da stand ich nun mit meinen zwei linken Händen und es war guter Rat teuer, denn „bauen“ war mir bis dato ein Fremdwort. Doch ich besorgte mir einen Hubwagen und zog munter drauflos. Holz gab es in der Holzabteilung, Schrauben und auch anderes Werkzeug ließen sich leicht auftreiben und schon legte ich brav los, bis flugs die vier Wände der Säule aneinandergezimmert waren. Beim probeweisen Aufstellen jedoch zeigte sich, dass die Säule ein wenig instabil war und horizontal sehr wackelig war. Was tun? Noch mehr Schrauben hineindrehen? Nochmal neu mit dickerem Holz?

Nach einigen langen Gesichtern und Überlegungen, gab mir ein erfahrener Mitarbeiter der Holzabteilung den Rat, hölzerne Kreuzstreben einzufügen, denn die würden für Stabilität sorgen. Nicht faul besorgte ich mir ausreichend viele Kanthölzer und schraubte diese fix von rechts nach links und vorne nach hinten in meine Säulenkonstruktion, auf dass diese stabiler stehe. Doch kaum hatte ich das erledigt, so kratzte sich der Kollege am Hinterkopf und deutete an, dass er eigentlich gemeint hatte, dass ich Querstreben einarbeiten sollte, das wäre besser. Auf peinliche Genauigkeit bedacht, schraubte ich die Streben wieder ab, stibitzte mir eine Gehrungssäge aus dem Regal und sägte schwitzend die Kanthölzer so zurecht, dass sie wunderbar quer in meine großartige Säule passen mussten. Nur noch angeschraubt und aufgestellt… und schon stand sie da, meine wunderbare (nur ganz leicht schwankende) Säule.

Da mein Ex-Bundeswehr-Stellv-Marktleiter mit einer (nur leicht schwankenden) nackten Holzsäule nicht zufrieden sein würde, machte ich mich auf in die Teppichabteilung, wo der prägnante blaue Teppich zu holen war, der auch an allen anderen Säulen prangte. Dort angekommen beschied mich die Kollegin nach Bekanntgabe mit einem bedauernden Blick und wies auf die große Teppichmaschine, wo eine leere Rolle andeutete, dass der blaue Teppich offenbar ein Kassenschlager war. Aber es gäbe da noch in gleicher Machart einen rosa Tepp…

Ich weiß nicht mehr warum und wieso, aber plötzlich war dieser rosa Teppich auf meine Säule getackert. Der stellvertretenden Marktleiterbundeswehrfuzzi bekam heißrote Ohren, fluchte wie ein Rohrspatz und trotz allem stand meine Säule nur einen Tag später (nur ein wenig schwankend) nahe beim Eingang beim Sanitär. Ein paar Wochen lang hatte ich die völlig unbegründete Sorge, dass ein Kunde von der Säule erschlagen würde, aber sie stand (nur leicht schwankend) fest und stolz. Und wenn es keinen Konkurs gegeben hätte, stünde sie gewiss noch heute.

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