Hokeys Blog

Isch 'abe gar kein Untertitel...

Mal wieder ein Beitrag

Mannomann, schon lange nichts mehr geschrieben, weder hier noch bei Kreide fressen. Eine ungute Mischung aus Unlust und ungerichtetem  Zeitvertreib, selten lag es an Zeitmangel, denn irgendwo hätte ich doch immer ein Quentchen Zeit abknappsen können, so wie jetzt.

Wahlwerbungsverhinderungspolitik?

Und während ich hier tippe, schimpft der ehemalige Spendenschieber Schäuble die Griechen in der Tagesschau Lügner und der Steinmeier, der einst im Kanzleramt nichts dagegen unternahm, dass Deutsche in CIA-Folterknasts verschwanden, plappert immer noch mit Schröderstimme unbekümmert in die Mikrofone. Dabei würde ich den Griechen schon gerne dabei zuschauen, wie sie die Dinge einmal anders angehen, als es die herkömmlichen und offensichtlich erfolgslosen Rezepte fordern. Bei allen außenpolitischen Schaukämpfen – dass die neue Regierung die Dinge anders anpacken will, das kaufe ich ihr vollständig ab. Wäre nur dumm für die liberalkonservativen Betonköpfe der Schröder-Merkel-Ära, wenn das tatsächlich hülfe; denn eine bessere Wahlwerbung für eine neue linke Politik gäbe es kaum.

Torte

Am Wochenende eine Torte gebacken. Bin im Foodblog der Süddeutschen auf das Rezept gestoßen und hatte sofort Appetit auf diese Torte. Wenn man vom unfassbaren Verbrauch an Schüsseln für das Schmelzen von Schokolade, dem Schlagen von Sahne und dem Rühren von Teig absieht, war das Backen der Torte gar nicht mal besonders schwer. Am längsten dauerte der Einkauf. Und lecker ist sie auch: Nicht zu süß, ein wenig herb und auch nicht so fettig, wie Sahnetorten es ja oftmals sind. Am schlimmsten sind ja Hochzeitstorten, da genügen mir oft schon drei Gabeln und mein Körper verweigert jede weitere Tortenzufuhr. Leider ist die leckere Torte schon aufgefuttert, aber ein Foto habe ich noch retten können.

In die Gänge kommen

Die Torte muss natürlich wieder abtrainiert werden, weshalb ich heute einmal versucht habe, diverse Gangschaltungen diverser Fahrräder wieder auf Vordermann zu bringen. Um es kurz zu machen: Fahrradgangschaltungen und ich werden heute keine Freunde mehr. Und die tollen YouTube-Anleitungen arbeiten allesamt mit irgendwelchen coolen High-End-Rädern, bei denen eh’ schon alles prima ist. Ein funktionierendes, funkelnagelneues Rad einstellen, kann ich auch!

(Teste übrigens gerade die WordPress-App des iPad. Falls die Autokorrektur mir hier böse Schnitzer eingebaut hat, bitte ich um Nachsicht. Ansonsten ist die App mittlerweile ganz brauchbar, bloß das Einbinden einer Miniaturausgabe des Fotos scheint nicht zu funktionieren.)

Manhattan

Wie jedes Jahr wird der Frühling in Bielefeld mit “Manhattan” von Eric Johnson begrüßt:

Feindbilder überwinden

Heute morgen Leserbriefe des sonntäglichen Werbeblattes zum Thema „Gehört der Islam zu Deutschland“ gelesen, vorwiegend ablehnend und in der typischen „Ich habe ja nichts gegen den Islam, aber …“-Manier. Die üblichen Verdächtigen, wie die Verbreitung durch das Schwert, Burkas und Steinigungen,  kommen darin ebenso vor wie das erstaunliche Verständnis, dass eine Verächtlichmachung Jesus’ auch als äußerst empörend empfunden werde. (Dabei ist es doch ausgerechnet die Verächtlichmachung Jesus’ durch die römischen Soldaten, die das „christliche Abendland“ jeden Sonntag liest und predigt.)  Eine Exportnation  könne in einem Staat nach islamischen Muster nicht funktionieren und ich frage mich, ob der Autor das Öl, das er da ins Feuer gießt, wohl nur aus amerikanischen Quellen bezieht?

Da schüttelt’s den gebeutelten Leserbriefleser und ich verweise auf einen Podcast von SWR Aula mit dem Titel „Warum wir das Feindbild Islam überwinden müssen“. Früher hätte ich „Hörbefehl“ dahinter geschrieben. Die Professorin Katajun Amirpur erklärt sehr sachlich, aber auch mit einer gehörigen Portion Enttäuschung, warum der Islam nicht zum europäischen Feindbild taugen kann. So verweist sie zum Beispiel auf einen an die IS-Führer gerichteten  Brief von 120 durchaus konservativen islamischen Gelehrten, welche darin klarstellen, dass der sogenannte Islamische Staat „rundherum barbarisch und unislamisch“ handelt, der aber im Mainstream der deutschen Medien anscheinend kaum rezipiert wurde.

Amirpur zeigt weiterhin auf, dass ausgerechnet Islamisten und Islamgegner sich im Sinne einer falschen Koranauslegung sehr nahe stehen: „Surenpingpong“ nennt sie deren Methode der Auslegung; jede Seite sucht sich das, was sie gerade als für passend erachtet. Dabei werden historischer Kontext und bisherige Deutungen ignoriert, die Missdeutungen prägen aber dafür umso stärker das Bild des Islam in unseren Köpfen, denn eben diese Koranfetzen  bleiben im kollektiven Gedächtnis, was man nicht zuletzt an den Leserbriefen unseres Bielefelder Werbeblättchens erkennt.

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