Bettelei

Die großen Seiten im Netz betteln darum, dass man den Adblocker abschalten möge. Nun gut, man ist ja kein Unmensch und versucht es dann nach einigen Jahren auch mal wieder ohne Adblock, vielleicht hat sich ja etwas getan. Ich habe dann den Internetauftritten des Spiegel, der  Faz und der SZ eine Chance gegeben und war nach ca. 10 Sekunden surfen wieder beim Adblocker. Die lernen es nicht. Die checken es nicht. Die begreifen es nicht. Blinkende, zappelnde Gifs. Flash! Videos! Auf der Faz-Seite musste ich erst 12 Sekunden auf ein Flash-Video warten, bevor ich überhaupt was lesen durfte, die SZ beglückte mich mit Videos in der Seitenleiste, was ja unfassbar lesefreundlich ist. Fazit: Adblocker! Kann man dafür spenden? (Oder kann man den Werbehirnis eine Gehirnspülung schenken, damit die irgendwann lernen, dass großflächige Bewegtwerbung kontraproduktiv ist?)

Nachtrag
Boris geht’s genauso.

Wenn du den Lohn für Mercedes zahlst

Über 1.100 tote Menschen in Bangladesh. Und nicht nur Billigmarken wie KIK oder H&M verschulden sich an diesen Menschen, erst gestern Abend lief eine Reportage über Dumpinglöhne beim Nobelhersteller Mercedes Benz, dessen Karossen man nun nicht gerade als preisgünstig bezeichnen kann.

Da gibt es die Ausbeutung der Dritten Welt, wo man sich nicht um Gewerkschaften und Arbeiterschutz kümmern braucht; wo man seine blutigen T-Shirts produzieren lässt und – der unübersichtlichen Produktions- und Lieferkette sei Dank – seine Hände in Unschuld weißwaschen kann. Und dann gibt es die Ausbeutung in der Ersten Welt, wo man Menschen für Hungerlöhne schuften lässt, die dann vom Staat ääh… dem Steuerzahler dir aufgestockt werden. Während bei lächerlichen Diätenerhöhungen die ganze Republik wutentbrannt aufjault, zahlt sie brav über die Arbeitsagenturen die Löhne, für die Edelkarossenproduzent Mercedes sich zu geizig ist.

Konsequenzen? Keine in Sicht. Das bisschen Imageschaden ist doch nur temporär. Weitermachen.

 

Kindermund²

Seit fast genau 10 Monaten hat unsere kleine Familie Zuwachs um Tochter² erhalten. Obwohl sie noch nicht sprechen kann, wird’s wohl langsam Zeit für eine Rubrik „Kindermund²“.

Der Kindermund hat es nämlich ganz schön in sich. Da gab es (Oma sei Dank) vorgestern das erste Vanilleeis für den Kindermund². Und unsere Tochter ist trotz ihrer fast elf Monate schon recht selbstbewusst, was Essen angeht. Die arme Bedienung wusste kaum, was ihr geschah, als sie das Eis in Reichweite der kleinen Speckarme hielt – und es mit einem Schwung es aus der Hand der verblüfften Kellnerin im Kindermund² verschwand.

Gestern zerpflückte der Kindermund² dann einen kleinen Holzelefanten und schluckte gleich mal eine kleine Kugel, die als Rüsselelement gedacht war. Ab sofort muss also alles auf absolute Kindermund²-Tauglichkeit überprüft werden.

Besitzer von Microsoft frustriert

Er sei sicher, dass viele Besitzer eines iPad-ähnlichen Tablets frustriert seien, sagte Gates. (Golem)

Hehe. Mit „iPad-ähnlich“ meint er gewiss das M$-Konkurrenzprodukt. Denn mit dem echten iPad kann man hervorragend surfen, lesen und Spielchen spielen. Ich bin siche, viele Besitzer von Microsoft sind frustriert, weil sie das $-Zeichen in M$ an Apple verloren haben.

Bereit für die ewige Lan-Party

Hehe. Umzug steht bald bevor, heute Schlüssel abgeholt. Bei der Begehung des nun leeren Hauses festgestellt, dass jedes Zimmer einen LAN-Anschluss hat. Das heißt, ich kann bald jeden Tag ‘ne fette LAN-Party mit meiner Frau und meinen Töchtern feiern. (Okay, der Garten hat Sonne satt, aber davon werden wir kaum was mitbekommen, wenn wir den ganzen Tag counterstriken…) :twisted:

Spotify bietet seit heute Hörbücher an. Bisher habe ich noch keines entdeckt, das mich interessiert oder das ich nicht schon gelesen hätte, aber bestimmt kommt mal was Gutes. (Meist schaffe ich Hörbücher gar nicht, weil ich irgendwann einschlafe oder beginne, irgendwas auf dem Smartphone zu lesen.)

Ü30 und so

Ü30Wenn man all diese hart werbenden Plakate hier sieht, müsste man glauben, alle Welt reiße sich um die Generation Ü-30. Ganz anders sieht es aus, folgt man Anita Blasbergs Polemik „Demografie: Die schon wieder“. Sie beschreibt eine von Gerontokraten und Rollatorschubsern bestimmte Welt, eine Diktatur der alten Säcke. Ist ganz lustig geschrieben und weist zwischendurch auf einige bemerkenswerte Beobachtungen hin, z.B:

Als die Regierung die Schulzeit um ein Jahr verkürzte und die Studiengänge straffte, als sie den Wehr- und Zivildienst strich und damit die Lebensarbeitszeit der Jungen um zwei bis vier Jahre verlängerte, war kaum ein Flüstern zu vernehmen.

Als sie das Rentenalter um zwei Jahre anhob, hallte ein Aufschrei durchs ganze Land.

Vieles macht sich der Artikel zu leicht, es soll ja auch eine Polemik sein; aber man schaue auch einmal auf die miesen Bedingungen (für alle Beteiligten) in den Altenheimen.

Die AfD wird gerade großgeschrieben. Auch so eine gerontokratische Entwicklung: Alte Säcke, die dagegen sind und irgendwo im Internet als deutsche „Tea Party“ hochgejazzt werden. Man merkt: Die etablierten Parteien langweilen gerade derart, dass alleine ein Haufen rückwärtsgewandter Opis Nachrichtenwert hat. Was ist eigentlich mit dieser anderen neuen Partei… die wollten doch was? Entern? Ändern? Offensichtlich haben die das Wollen schon lange aufgegeben.

Unterdessen gibt sich ganz Deutschland ungläubig betroffen, weil der Manager eines großen Fußballclubs massiv Steuern hinterzogen haben soll. Ich frage mich schon manchmal, ob ich da auf dem falschen Planeten lebe oder die anderen, aber Uli Hoeneß verhielt sich für mich zu „FairPlay“ in etwa so wie Putin zu „lupenreiner Demokrat“. Es würde mich wundern, wenn Hoeneß und seinesgleichen keine Steuern hinterziehen würden. Und ehrlich gesagt, weiß ich selber nicht, ob ich nicht vielleicht auch den Kanal voll hätte, wenn ich meine Eurostückchen gleich in Millionenchargen an den Staat weitergeben müsste. Da werfen m.E. einige mit Steinen, die nur das Glück haben, dass da kein Glashaus ist.

Das lokale Käseblatt kommentiert heute den Fall Hoeneß und setzt dabei den Begriff „Elite“ implizit mit Geldhaben gleich. Wenn ich die Zeitung nicht immer wieder für mein Pappmaché bräuchte, hätte ich sie schon dreimal abbestellt. Uli Hoeneß verhält sich doch zu „Elite“ wie Oliver Pocher zu „witzig“. Oder wer ist für den Kommentator noch alles „Elite“? Dieter Bohlen? Lothar Matthäus? Die Geissens?

Fuck greedy musicians

Da demonstrieren tatsächlich ein paar mir unbekannte Musiker unter dem Slogan „Don’t Fuck With Music“ gegen eine seit Jahren überfällige Korrektur des Abmahnunwesens. Man bittet um das Verständnis der Musik-Fans.

Leute, geht’s noch? Eure zweites Standbein heißgeliebtes Abmahndingen haben nicht die Musik-Fans, sondern eure schrottigen Labels (Musik im Internet? Nicht mit uns!) und eure grottigen Anwälte (Abmahnungen? Geil! Melken wir die Fans!) vor die Wand gefahren. Und jetzt wollt ihr Verständnis von den „Musik-Fans“? Verpfeift euch. Oder macht einfach Musik, die sich verkaufen lässt.

Mehr zum Gesetz findet man hier. Und es geht dabei nicht nur um Abmahnungen für ein paar läppische Musikstückchen unbedeutender Musiker, sondern um weitaus mehr wie unseriöse Geschäftsmethoden beim Inkasso, unlautere Telefonwerbung sowie missbräuchliches Verhalten von Unternehmen im Wettbewerb.

Bemerkenswert: Die Gegner des Gesetzte schreiben auf ihrer Website „Gesetze sind nicht zur Bestrafung, sondern zum Schutz da.“ Und was genau haben die daran nicht verstanden?