Teil 1: Würfeln Lehrer doch?

Bild:Tafel Notengebung

Unter Schülern kursieren tausend Theorien darüber, wie Lehrer an ihre Noten kommen. Ganz oben auf der Liste der Spekulationen findet man den berühmten Würfel, der das perfekte Instrument zu sein scheint, um Uneingweihten das Mysterium „Notengebung" zu erklären. (weiterlesen)

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8 Gedanken zu “Teil 1: Würfeln Lehrer doch?

  1. ich wage mal die these, das die meisten lehrer vom leistungsvermögen von etwa 50% ihrer schüler nicht mal anhand kennen und somit auch nicht beurteilen können.
    davon abgesehen scheinen lehrer schüler zu mögen, die wenig selbständig denken und anweisungen nicht verstehen können. anders lässt sich nicht erklären, weshalb z.b. gerade die schüler, die besonders durch beteiligung der art „das haben jetzt zwar schon zehn leute gesagt, aber ich will es auch nochmal sagen …“ gute noten bekommen. oder weshalb die „kurze zusammenfassung“ von zehn seiten text dann besonders gute noten bekommt, wenn die zusammenfassung acht oder neun seiten lang ist, obwohl die relevanten informationen tatsächlich auf weniger als eine seite passen.

    interessanter als in der schule, finde ich aber die notenvergabe an der uni.
    da bekommt man z.b. schlechte noten, wenn einem das fachwort nicht einfällt, aber man es deshalb umschreibt.
    zitat dozent „es wird nur nach der lösungsschablone korrigiert. die begriffe müssen drin sein, sonst gibt es keine punkte.“
    antwort student „und wenn ich die begriffe einfach nur aufgelistet hätte und damit gar nichts erklärt, dann hätte ich volle punktzahl bekommen?“
    dozent „sozusagen“

    auch sehr schön ist der fall, als zwei kumpels von mir – und das war tatsächlich so – voneinander abgeschrieben haben und beide wortwörtlich das gleiche auf ihren zetteln hatten. der eine hatte hinterher recht viel rote markierung auf dem zettel und eine vier. der eine kaum rotes, aber dafür eine zwei.

    generell glaube ich, das es absolut unmöglich ist, wirklich faire noten zu vergeben. schüler a, der sich einmal in der stunde meldet und etwas richtiges sagt, wird immer schlechter wegkommen als schüler b, der sich dauernd meldet, überhaupt nix versteht und nur blödsinn von sich gibt.

  2. Lehrer sind eben auch nur Menschen.

    Ich wohne hier gerade mit einer Lehrerin zusammen, die jeden Abend ihre Klassenarbeiten korrigiert. Ich habe schon den Eindruck, dass sie ihre Schüler kennt und richtig einschätzen kann… nur, das ewige Dilemma: Wenn die Noten schlecht sind, dann war der Unterricht schlecht. Wenn die Noten gut sind, dann war die Arbeit zu leicht :-).

  3. [quote]Lehrer sind eben auch nur Menschen.[/quote]

    Nichts liegt mir ferner als Lehrerbashing. 😉
    Aber auf manche von Kiesows Punkten werden wir in den nächsten Folgen wohl wieder treffen.

  4. Als untrüglichen Hinweis auf die Würfelmethode sehe ich immer noch den seltsamen Zufall, dass ein Standardwürfel genau die Zahlen von 1-6 zur Verfügung stellt, die der Lehrer zur Bewertung benötigt. Wer war zuerst da, die Henne oder das Ei?

  5. Das wäre vielleicht ein Grund, dafür zu sorgen, mehr Pen&Paper-Rollenspieler in die erlauchten Kreise der KMK aufsteigen zu lassen. Mit einem [url=http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/97/20-sided_dice_250.jpg]1W20[/url] ist die Notnevergabe dann doch gleich viel spannender. 😉

  6. Über den Artikel bin ich heute auch gestolpert. Mittlerweile bin ich selber [url=http://wordpress.blokey.de]als Referendar[/url] an einer Schule und man merkt schon, dass der Lehrerberuf bei einigen Kollegen an die Grenzen der Belastbarkeit geht.

    Und erst heute stellte jemand mit langjähriger Erfahrung fest, dass er sich an keine Schulreform erinnern könne, bei der an Schule nicht gespart worden sei…

  7. Meine Frau hat am Samstag 4 Stunden „gewürfelt“ und am Sonntag ebenso. Eine böswilliger Aufreißer, der das Ziel nicht verfehlt. Ein ergänzendes Thema zur Schulpraxis findet sich hier:

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