Ein befriedigender Niedergang

Ja, ich muss zugeben: Es gefällt mir, wie die SPD nach den Wahlen eine Ohrfeige nach der nächsten bekommt. Diesen Satz heißer Ohren hat sich keine andere Partei so ausdauernd und mit Inbrunst verdient wie die sogenannten Sozialdemokraten.

Dabei kommen die Nasenstüber von allen Seiten. Nachdem Müntefering in gewohnter Realitätsverkennung Oskar Lafontaine die Schuld am schlimmen Wahldebakel zuschustern wollte, konterte dessen Partei hart, aber folgerichtig: Müntefering sei der Totengräber der SPD. Nun, ganz alleine hat er das nicht hinbekommen, aber er und seine Hartz-Genossen haben sich schon redlich darum bemüht und jedwede Regung „von unten“ ignoriert.

Doch damit nicht genug. Nun schickt sich die FDP an, ausgerechnet das zu tun, was die Bevölkerung von der SPD erwartet hätte: Sie kündigt an, die Hartz-IV-Regelungen mildern zu wollen. Was dabei im Ergebnis herauskommt, wollen wir mal in Ruhe abwarten – besonders, ob dadurch nicht indirekt der Niedriglohnsektor ausgebaut werden soll, aber die ausgeholte Hand zielt schon recht deutlich auf die geschwollenen Wangen der SPD, die sich von der „Partei der kleinen Leute“ zur „Partei für Niemanden“ herabgewirtschaftet hat.

Apropos „Niemand“: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass mutmaßlich noch weniger Wahlberechtigte SPD wählen würden als zum Zeitpunkt der Bundestagswahl. Ohrfeige um Ohrfeige… und Münte pennt immer noch tief und fest. Nachdem Projekt 18 nun also fast Wirklichkeit geworden ist, scheint auch die 5%-Hürde nicht mehr unrealistisch. Ich gebe euch acht Jahre, dann seid ihr entweder tot oder habt endlich begriffen.

Und etwas abseits vom Thema: Einen bedenkenswerten Vorschlag zu Verbesserung der Bundestagswahlen findet man bei der Wochenzeitung Der Freitag.

Ein Gedanke zu “Ein befriedigender Niedergang

  1. Pofalla sagt : die schlimmsten Ungerechtigkeiten des Hartz Systems werden beseitigt.

    Ich freu mich schon darauf wie die spd dagegen Opposition betreibt.

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